BAC TSR. 2 (Airfix)

Den Ursprung für die Entwicklung der TSR.2 bildete der kalte Krieg mit seiner atomaren Bedrohung - Mitte der 50er Jahre waren die strategischen Raketen erst am Anfang ihrer Entwicklung, die Hauptstütze der Abschreckungspolitik bildeten die schweren strategischen Langstreckenbomber. Denen gegenüber standen die sich schnell entwickelnden Abfangjäger mit immer höheren Leistungen sowie die ersten Luftabwehrraketen. Ein neuer Ansatz zum Einsatz von atomaren Waffen bestand in der Idee eines schnell und tief fliegenden Hochleistungskampflugzeuges, welches unabhängig von Jagdschutz handeln sollte. Im Mai 1957 gab Großbritannien dazu eine Spezifikation heraus und am 1. Januar 1959 erhielten die Firmen English Electric und Vickers Armstrong den Auftrag, solch ein neues Kampfflugzeug zu entwickeln. Beide Firmen konstruierten sehr fortschrittliche Entwürfe mit Deltaflächen, extrem starken Triebwerken, angeblasenen Landeklappen und seitlichen Lufteinläufen mit verstellbaren Einlaufkegeln. Fast der gesamte Raum im Rumpf und in den Flächen wurde für den Treibstoffvorrat genutzt, Abwurfwaffen oder weiterer Treibstoff konnten dabei zusätzlich in einem großen Rumpfschacht oder auch an vier optionalen Tragflächenstationen mitgeführt werden. Die gesamte elektronische Ausrüstung war ein Komplex, dessen Herzstück eine Lizensausführung des Autonetics Verdan - Rechners (Ersteinsatz in der A-4 "Vigilante") war. Für diese Zeit war ein solcher Komplex, der sämtliche verfügbare Daten für einen automatischen Geländefolgeflug sowie den Waffeneinsatz verarbeitete, eine absolute Sensation. Nicht weniger sensationell waren die Triebwerke: die Olympus-Aggregate leisteten brachiale 136kn, waren aber noch nicht ausgereift. Nachdem diese das Dach eines Teststandes abdeckten, wurden sie zunächst nur mit beschränktem Leistungsbereich für die Testflüge des ersten Prototypes  XR 219 freigegeben. Für Probleme sorgten auch die ständig undichten Rumpftanks und die Hydrauliksysteme - der Erstflug am 27. September 1964 war dennoch erfolgreich. Bei den insgesamt 24 Testflügen konnten viele Mängel abgestellt und hohe Leistungen nachgewiesen werden. Nun aber befand man sich bereits in den Mittsechzigern - die atomar bestückten strategischen Raketen waren zum Kernpunkt der allgemeinen Bedrohung und Abschreckung geworden. Die hohen Kosten der Entwicklung der TSR.2 sowie die mit Sicherheit zu erwartenden extrem hohen Folgekosten bei Serienfertigung, Einsatz und nötigen Weiterentwicklung wollte die britische Politik nicht mehr tragen. So wurde das ganze Projekt eingestellt, nachdem 4 Prototypen (XR 219 - XR 222) gebaut waren,  geflogen ist davon nur XR 219. 
Der Abbruch dieser Entwicklung wird bis heute stark überzogen bewertet. Sicher hätte die damals nicht gerade glänzend dastehende britische Luftfahrtindustrie mit diesem Typ Anschluss zur internationalen Spitze gefunden - betrachtet man sich aber Einsatz und ständige Kosten auch für die nötige Weiterentwicklung der einzig vergleichbaren Muster F-111 und Su-24, so stellt sich die britische Entscheidung von damals als vernünftig dar. Mit dem Tornado erhielt Großbritannien später zudem ein wesentlich flexibleres und wirtschaftlicheres Muster.
Dennoch, die TSR.2 war auf Grund ihres modernen Konzeptes mit vielen neuen technischen Lösungen ein militärtechnischer Meilenstein.
Erhalten geblieben sind bis heute nur die nie geflogenen Exemplare XR 220 (Cosford) sowie die XR 222 (Duxford) - XR 219 lies man unrühmlich vergammeln.


Interessant dürfte dieser kleiner Original-Film aus der Testphase der XR 219 sein.

 

Die TSR.2 als Bausatz war bisher schlecht vertreten: In 1/48 waren Bausätze von Sanger und Dynavector, in 1/72 von Contrail am Markt. Der einzig brauchbare stellt hier der von Sanger dar, die anderen beiden glänzen mit falschen Formen und Proportionen. Alle drei Bausätze haben dazu starke Mängel in einigen wichtigen Details. Nach Vorankündigung, entsprechendem "Rummel" darum, vielen Diskussionen und viel Vorfreude kam 2008 der 72er Bausatz von Airfix zu den Händlern. Und da dieser Bausatz als "Limited" vermarktet wurde, weniger in deren Regale sondern vielmehr sofort in die Regale der Bausatzsammler - äh, Modellbauer natürlich. Nun konnten sich eifrige Diskussionen über Qualität und Mängel der Bausatzteile entspannen, um das Ganze dann schnell vergessen zu lassen. Das ist die allgemeine "Mode" des Modellbauhobbys der letzten Jahre in unseren Breiten. Umsatzfördernd, aber kontraproduktiv- ich weis , wovon ich spreche (brauche bloß meine Regale anzusehen). Auch in meine Hände gelang nun der Airfix-Bausatz. Für mich aber stand hier von Anfang an fest, das ich diesen bauen werde - das Vorbild hat mir einfach schon immer gefallen.
Auf den ersten Blick sieht der Inhalt des typischen Airfix-Kartons auch nach typisch Airfix aus. Besieht man sich die Teile aber genauer und hat schon mal ein Amodel gebaut und noch ein paar Amodelle im Regal, so werden diesbezüglich Erinnerungen wach: In dicken Plastik wurde eine korrekte Grundform mit stimmigen Maßen und sauber recherchierten Details abgegossen. Dazu eine Bausatzaufteilung, welche man wirklich nicht als "klassisch" bewerten kann. Von Anfang steht fest, das hier mehr als anderswo vor- und nachgearbeitet, gespachtelt und geschliffen und vieles überdacht sein möchte. Fest aber steht auch: Ein stimmiges 72er Abbild der TSR.2 hat hier seine bisher beste Grundlage.

 

Die Zubehörindustrie war dann auch ganz schnell bei der Sache. Bei einigen Sachen vor allem nur schnell. Hier möchte ich mal ganz offen reden: es ist heutzutage ein gewaltiger Vorteil für die Zubehörindustrie, das die meisten Modellbauer die meisten Sachen fast nur noch online kaufen können. Sich die tollen ( und teuren) Sets in Ruhe mal mit eigenen Augen vor dem Kauf anzusehen, ist oft gar nicht möglich. Oberflächliche und schlecht recherchierte Produktvorstellungen in den einschlägigen Medien sind nur allzu oft keine Hilfestellung. Also kaufen ohne gesehen zu haben - da lassen sich Zubehörsets recht schnell entwickeln. Die TSR.2 kann da gut als Beispiel gelten: 

Das Cockpitset von Pavla ist keine Verbesserung gegenüber den Bausatzteilen. Unnötige Investition.

Die knittrigen Vacu-Hauben vom selben Anbieter sind einfach von den Bausatzteilen kopiert wurden. Damit sind diese zwar an sich ganz richtig - nur sind die dicken Bausatzkanzeln selber sehr passgenau und bei geschlossener Darstellung unverändert verwendbar. Das kann man von den Pavla-Hauben nicht sagen: Sie sind zu dünn und brauchen für eine vernünftige geöffnete Darstellung eh eine Nachdetaillierung, die sich an den Bausatzteilen ebenso gut umsetzen lässt. 

 
CMK hat für diesen Bausatz viele "Verlockungen" im Angebot: 

Das Exteriorset mit den gelungenen Abdeckungen für Lufteinläufe und Schubdüsen sowie leicht umgemodelte Kopien der Airfix-Lufteinläufe. Letztere sind keine Verbesserung, sondern eine echte "Verschlechterung" - im Gegensatz zu Airfix hat man bei CMK sich nicht mal die Vorbilder angesehen, dafür aber so einige bedachte Details von Airfix weggelassen. In diesem Set finden sich noch vier Lufthutzen. Diese sind schön gemacht. Da man am Modell aber sechs viel kleinere Lufthutzen benötigt, kann man diese getrost in der Krabbelkiste verschwinden lassen. Bleiben noch die Schubrohre mit Nachbrennerdüsen - diese hat CMK ordentlich umgesetzt - am Modell aber sind diese (leider) kaum sichtbar.
Was soll nun letztlich dieses Set wert sein ?

CMK hat sich mit dem nächsten Set den Klappen gewidmet. Enthalten sind die kompletten Höhenruder mit separaten Klappen (Sonderfall an der TSR.2) sowie die Landeklappen für die Tragflügel. Diese Teile lassen sich an den Bausatzteilen nicht so ohne weiteres aussägen. CMK macht uns hier die Freude, die ganze Problematik sauber und gekonnt umzusetzen: eine lohnende Investition. Ebenfalls dabei sind die vier Bremsklappen mit gut gemachten Strukturen der Innenseiten. Für deren geöffnete Darstellung ebenfalls empfehlenswert. Insgesamt ist dieses Set von CMK das wirklich brauchbarste.

Weiterhin gibt es  Bomben/Fahrwerksschachtset von CMK. Hier sind die recht komplexen Schächte ganz gut umgesetzt worden. Die Klappen dafür aber hätte man sich ersparen können, diese sind im Bausatz auch nicht schlechter. Wer also sein Modell total detailverliebt umsetzen möchte ( und deshalb hier noch selber verkabeln muss), der ist mit diesem Set ganz gut beraten (Das fertige Modell dann am besten auf den Rücken liegend präsentieren) Wer sich nun mit dem Vorbild schon genauer beschäftigt hat, der wird auf die hier ebenfalls enthaltenen Räder gespannt sein. Ich kann da im negativen Sinne entwarnen: Die CMK-Räder sind auf Grund des falschen Lösungansatzes ganz einfach nur daneben.

Den Reigen von CMK schließt hier das Cockpit/Avionikbay- Set. Dieses Set kann so manche Arbeit ersparen und ist hilfreich - im Zeitraum meines Baus aber war dieses Set leider nicht erhältlich. Die Avionikbay jedenfalls habe ich selber umsetzen können.

Von Heritage gab es dereinst als Teil des Contrail-Bausatzes zwei Ätzteilbögen. Hier finden sich Cockpitteile, Verfeinerungen für die Fahrwerke, Weismetallsitze und zwei gut gemachte Einstiegsleitern. Die meisten Bauteile sind auf den Airfix-Bausatz nicht anwendbar. Dennoch wurde dieses Set nun separat auf den Markt gebracht: zu einem "fettigen" Preis. Lohnen tut sich das aber dennoch:  Die Leitern sind einfach gut gemacht, schnell gebaut und ersparen hier viel Zeit für schwierigen Eigenbau.

So schlau aber wird man leider erst, nachdem man sich das ganze Zeug zusammenbestellt hat. Man ist dann zwar einen Haufen Geld los, aber man kann dabei auch für das nächste Mal lernen: Eigenbau und Modifizierung von vorhandenen Teilen ist nicht nur extrem preiswerter, es bringt auch eine persönliche Note in das Modell.

 

Von Anfang stand für mich fest, das mein Modell die XR 219 darstellen sollte. Bei der Vorbildmaterialsichtung heißt es da aufpassen: Die noch vorhandenen Museumsexemplare waren in einigen Details bereits modifiziert, andererseits entsprechen sie nicht dem originalen Aussehen der XR 219 von 1964. Wichtig ist es hier, sich nach entsprechenden Fotos umzusehen..
Begonnen habe ich wie immer mit dem Cockpit. Die Sitze mit etwas Draht, Plastik und Gurten modifiziert, einen neue Sonnenblende für den hinteren Radarschirm, dazu ein paar Strukturen an den Rumpfwänden aus Plastik. Dann kam der Avionikschacht dran. Die entsprechende Klappe auf der rechten Seite wurde ausgetrennt und eine Neue aus Plastik gebaut. Diese Klappe habe ich so genau angepasst, das sie jederzeit auch geschlossen dargestellt werden kann. Die Ausrüstung selber wurde nach einem Foto gebaut. Dazu habe ich zunächst ein "Regal" erstellt, welches dann mit den einzelnen Boxen aus Plastikprofilen bestückt wurde.
Eine richtige "Baustelle" sind die Lufteinläufe. Wichtig ist hier, sich durch Foto-Sichtung deren speziellen Details zu vergegenwärtigen. Halbrund mit Grenzschichtschneide, innere und äußere Ecken abgerundet. Die Grenzschichtschneide und die Einlaufkante auszudünnen ist kein Problem, das Ausrunden der äußeren Ecken auch nicht. Mit den inneren Ecken wird es da schon schwieriger. Hier habe ich mit etwas Sekundenkleber angefüttert und dann mit einem Zahnarztbohrer diese Ecken ausgerundet. Zwischen Rumpf und Grenzschichtschneide verbleibt ein Spalt, wo Leitbleche die energiearme Grenzschichtströmung nach unten und oben durch spezielle Luftkanäle ableiten. Airfix hat daran gedacht, dieses Detail aber nicht sauber umgesetzt. Ich habe die Rückseiten schön abgeschliffen , bis diese Darstellung komplett verschwunden war. Neue Leitbleche wurden aus Plastik angeklebt. Je Lufteinlauf befinden sich an der Außenseite zwei Luftklappen. Diese hat Airfix erhaben dargestellt. Das ist so in Ordnung. Wer sich etwas sinnlose Mehrarbeit machen möchte, kann diesen Bereich aussägen und diese Klappen angestellt darstellen. Da ich jeglichen Sinn für ein ausgewogenes Aufwand-Nutzen Verhältnis bei diesem Bau teilweise komplett verloren habe, habe ich diese Klappen mittels Drahtstege auch noch beweglich gestaltet. An sich ist das gar nicht so kompliziert - das genaue Anpassen der Klappen für ein sauberes Aussehen auch in geschlossenerer Stellung aber war wirklich sehr zeitraubend.

 

Nach der Montage von Schächten, Cockpit und Schubrohren sowie Avionikschacht und Bugballast wurden der recht komplexe Rumpf zusammengeklebt. Hierbei fallen jede Menge Spachtel-, Schleif- und Gravierarbeiten an. Sehr nachteilig dabei ist außerdem, das teilweise Klebenähte als Paneelstöße dienen sollen. In solchen Bereichen verdoppelt sich der Aufwand. Die schlecht passenden Schachtklappen sorgen für weitere Mehrarbeit: Alle, auch die Bremsklappen, müssen eingespachtelt, überschliffen und neu eingraviert werden. 
Nun ging es an die Kanzelteile. Alle drei wurden von innen ausgeschliffen um eine geringere Materialstärke zu erreichen. Auch von oben erfolgte ein Überschleifen, um die äußere Kontur sauber an die Rumpfwände anzupassen. Das vordere, feste Kanzelteil war danach nicht mehr stabil genug, um den vollen Druck eines von mir belasteten Stuhlbeines auszuhalten. Man sollte halt auf solche Teile besser achten! - das wissen wir alle, aber manchmal fällt halt doch etwas unbemerkt zu Boden. Na, ich hatte ja noch die Vakuhauben von Pavla. Das vordere Kanzelteil war nur leider total knittrig und nicht verwendbar. Ich musste mir also einen Stempel bauen und dieses Teil neu ziehen - was auch ganz gut gelang. Da ich ja nun bereits die bewegliche Avionikschachtklappe und die beweglichen Luftklappen hatte und ich weiterhin unter einer gewissen Art von Realitätsverlust litt, gestaltete ich die beiden Hauben auch noch beweglich. Im Modellfan 12/07 und 01/08 habe ich diese Prozedur etwas beschrieben - hier erspare ich mir das, da ich diese Sache echt nicht weiterempfehle. Es war einfach zuviel Arbeit, nur um mich nicht entscheiden zu müssen, ob ich die Hauben nun geöffnet oder geschlossen darstelle.

 

Die Tragflächen sind vom Bausatz her ganz ok - nur eben bringen diese Teile phänomenale Nasenkanten mit. Das Vorbild hätte damit kaum fliegen können. Um diese halbwegs realistisch zu gestalten, müssen die Flächen an den Innenseiten erheblich ausgedünnt werden. Dabei sind gröbste Werkzeuge wie Kleinbohrmaschine und Fräser nötig. Die Gravuren auf den Oberseiten der Flächen sind gut dargestellt, an den Unterseiten hat Airfix sie deshalb einfach weg gelassen. Ist nicht weiter schlimm: so lassen ( sieht man eh nicht) oder halt gravieren. Die Positionslampen der Flächen habe ich ausgeschnitten und mit Tesaflim verglast. Der Tragflügel selber passt nun ganz gut an den Rumpf - nicht aber dessen vorderes Rumpfverbindungsteil. Diese ganze Konstruktion schreit einfach danach, für erhebliche Nacharbeit am Flächen-Rumpfübergang zu sorgen. Kompliziert ist hier vor allem der Übergang von der Nasenkante zu den Lufteinläufen. Richtig trickig wird es dann bei Herausarbeitung der oberen Abluftöffnungen der Grenzschichtabsaugung. An diese hat Airfix zwar gedacht, diese aber nicht wirklich gut umgesetzt. Zusammen mit dem Passproblem des Tragflächenmittelstückes entsteht hier eine besonders problematische "Baustelle".

Auffällig am Original wie am Modell sind die Fahrwerke. Die Langen Fahrwerksbeine sorgen für eine gute Sichtbarkeit von Beinen und Rädern - und letztere haben es in sich. Die Fahrwerksbeine selbst sollten entgegen der Bauanleitung erst nach der Lackierung montiert werden. Das geht ganz gut, wenn man je eine Führungsnut in den Schächten entfernt. Die Beine selbst sind ganz realistisch gestaltet und können durch Hydraulikleitungen noch erheblich aufgewertet werden. Der Schwingungsdämpfer entfällt bei der XR 219, sie hatte den noch nicht. Ich habe die Hauptfahrwerksbeine um ca. 2mm gekürzt, um auf die richtige Standhöhe zu kommen. Die Verbindung zwischen Fahrwerksbein und Radträger habe ich durch eine Metallkanüle ersetzt - das Modell ist doch recht schwer. 
Nun zu den Rädern: Diese haben am Original ihr eigenes, spezielles auffallendes Äußeres. Airfix ist das nicht entgangen. Die Umsetzung eine filigranen Radblende mit den typischen zwei Lochkreisen aber kann man nun mal nicht per Spritzgußtechnik umsetzen. Gepatzt aber hat Airfix bei den Reifen: was dieses Stufenprofil soll, weiß kein Mensch. Das muss man ganz einfach abschleifen. Das Profil habe ich dann neu eingeschnitzt. Bleiben die auffälligen Radblenden !
Ja, allerhand Zeugs haben die Zurüsthersteller ja so im Angebot. Vieles davon ist unnötig. Anderes einfach falsch. Was hat sich CMK eigentlich bei diesen komischen Resinrädern für die TSR.2 gedacht ? - das Modellbauer einfach alles glauben ?! 
Warum nun aber Keiner solch Ätzteile für diese weithin und immer sichtbaren Radblenden gemacht hat ?! Zu billig, zu einfach ?!
Nun, Modellbaufreund Flogger machte mir die Autocad-Zeichnung und eine Berliner Firma ( Dank an Tante "Th(r)ude" ) ätzte mir dann danach diese Blenden. Einfach und billig - aber am Modell ein echter Akzent.

 

Kleinteile wie Lufthutzen, Antennen, Posilampen, Waschdüsen der Frontscheibenwaschanlage, Staurohr oder Treibstoffnotablässe entstanden aus Plastik, Ätzteilresten, Draht oder klarem Plastikmaterial. Das Staurohr gibt es übrigens auch als exzellent gedrehtes Metallteil von FineMolds. Alle Steuerflächen und Fahrwerke wurden erst nach komplett fertig gestellter Lackierung montiert. Bei dem Seitenleitwerk ist dabei zu beachten, das dieses wie die Höhenruder als komplettes Pendelruder ausgeführt war und so ein sichtbarer Spalt zum Rumpf verbleiben sollte.

 

Ich habe mir früher oft den Kopf über eine weise Lackierung am Modell gemacht. Mit der Zeit aber fand ich heraus, das Revell 04 und Nitroverdünnung einen sehr robusten, Decalfreundlich hochglänzenden und deckenden Farbauftrag ergeben. So kann man das Modell natürlich gleich zulackieren und hat einen schönen Briefbeschwerer. Deshalb habe ich zunächst nur einige Paneele maskiert und weis lackiert. Erst dann erfolgte eine Komplettlackierung. Die vorher lackierten Paneele sorgen nun schon für realistische Abwechslung im einfarbigen Anstrich. Die Decals von Airfix machen keinerlei Probleme: Die Farbliche Darstellung ist exakt, alle Markierungen und Stencils sowie Walkawaystreifen haben die richtigen Dimensionen. Der Trägerfilm passt sich problemlos den Konturen und Gravuren an. Die Alterung nach Originalfotos aus der Testphase erfolgte einfach mit leichten hellgrauen Spuren mittels Pinsel und Airbrush. XR 219 sah keinesfalls Reinweis und sauber aus - besonders die Lufteinläufe, Tragflächenvorderkanten sowie die Rumpftanks waren deutlich verschmutzt. Das Original war glänzend lackiert. Glanz am Modell aber ist fast immer falsch - hier schlägt der Maßstabseffekt gnadenlos zu (was viele Automodellbauer absolut übersehen). Hochglanz am Modell muss immer gebrochen werden, der Glanzeffekt lässt sich mit Mischungen aus Glanz- und Seidenmattklarlack individuell steuern.
Letztlich hat der ganze Bau ca. 9 Monate gedauert. Die TSR.2 von Airfix baut sich schon bei nur etwas Anspruch an Sauberkeit nicht einfach - für Modellbauneulinge ist dieser Bausatz nicht zu empfehlen. Wer aber ein außergewöhnliches und eindrucksvolles Modell im Regal statt im Karton haben möchte, der sollte die Arbeit nicht scheuen. Wer hier mit einem annehmbaren Ergebnis zum Ende kommt, braucht sich vor einem Amodel nicht mehr zu scheuen.