Suchoi Su-15TM (Amodel)

Die Su-15 wurde etwa 1968/69 bei der sowj. IA-PVO (Bemannte Abfangjäger der Landesluftverteidigung) in Dienst gestellt. Sie wurde paralell zur MiG-25 als Antwort auf die Entwicklung XB-70 entwickelt. Sie wurde zwar nicht so schnell wie die MiG-25 ("nur" Mach2,5) ist aber viel agiler und hat dasselbe Radar. Die Su-15 wurde in den folgenden Jahren zu einem der verbreitesten und wichtigsten Abfangjägern der Sowjets. Sie muss gute bis sehr gute Leistungen gehabt haben, denn über diesen Typ wurde nicht sehr viel bekannt und sie wurde nie exportiert. Berühmt wurde sie schließlich am 1.September 1983 als ein solcher Jäger die Boing 747, Flug Nr.007 von Korean Airlines, über der Insel Sachalin abschoss. Die Su-15 war im gewissen Maße der sowj. Pendant zur F-4 "Phantom", wenn sie auch nie die Luft-Boden Rolle übernahm.  Su-15 erschien im Laufe ihrer Einsatszeit in mehreren Versionen. Die früheren Muster hatten noch eine konische Radarverkleidung. Im Laufe der Zeit wich diese der der Aerodynamisch günstigeren Spitzbogenform und der ursprüngliche Deltaflügel mit zwei Waffenstationen bekam einen Knick und hatte schließlich 4 Aufhängepunkte. Diese Version ist unter zwei Bezeichnungen bekannt: Su-15bis und Su21F. Die Letztere dürfte dabei allerdings eine NATO- Bezeichnung sein. Die Su-15 trug als Hauptbewaffnung 2-4 AA-3 "Anab" Lenkwaffen (Radar- u. Infrarot gelenkt), später als Altenative für den Nahluftkampf kam die AA-8 "Aphid" hinzu. Heute dürften alle Maschinen aus der ersten Linie herausgelöst und durch neuere Muster wie Su-27 und Mig-31 ersetzt worden sein.

Seit dem Bau des PM-Modells ist einige Zeit vergangen und einige Dinge haben sich verändert : Ich habe viele hilfsbereite Modellbaukollegen kennen gelernt und auf dem Modellbaumarkt hat sich auch einiges getan : Von AMODEL und VES kamen jeweils die Su-15TM heraus. Ich habe sie mir beide besorgt denn inzwischen musste ich feststellen das mein Modell von PM so nicht stimmig ist und auch besser gebaut werden kann. Der Kit von VES glänzt mit einer extrem reichhaltigen Detaillierung : Versenkte Gravuren und komplette Darstellung der Nieten. Aber eines wird bei dem Betrachten der Teile auch klar : ein extrem schwieriger Bau da der Rumpf in sehr viele Einzelteile aufgeteilt wurde und durch das nicht zu umgehende Verspachteln ein beträchtlicher Teil der Gravuren und Nieten in Mitleidenschaft gezogen wird. AMODEL dagegen hat den Rumpf klassisch in zwei Hälften und zwei für das Radom geteilt. Die Nieten sind nicht dargestellt, dafür aber alle nötigen Gravuren. Bei beiden Bausätzen wird das Original bis zum letzten Teil genau wiedergegeben - ein typische Stärke der Östlichen Hersteller woran sich die Grossen aus dem Westen und Japan ein Beispiel nehmen dürfen. Das Trifft allerdings umgekehrt auf die Umsetzung im Formenbau zu - die Teile beider Hersteller benötigen sehr viel Nacharbeit, die Kleinteile wie Antennen oder Fahrwerke sind teilweise unbrauchbar.

Ich habe mich nun zum Bau der Su-15  von Amodell entschieden. Auf Ausstellungen habe ich nun so manches Amodel und auch die Su-15 von Bernhard Pethe begutachten können - während des Baus meiner Su-15 aber begann ich erst so richtig zu erfassen was die Modellbaufreunde da geleistet haben. Der Grösste Anteil der Arbeit bei diesem (und sicher auch den meisten anderen) Amodel besteht im Verspachteln und Verschleifen sowie dem polieren der Teile - kleben und lackieren sind eher die Ausnahme. Ich habe bei diesem Bausatz sehr viel geflucht : der KS-3 Schleudersitz passte nicht unter die Haube - auch nicht unter eine gekaufte  Vacu-Kanzel oder unter die von VES . Die von Amodell habe ich schliesslich von innen her ausgeschliffen und beidseitig poliert, dann passte endlich irgendwie der Sitz gerade so hinein. Die Segmente der Nachbrennerringe sind zu gross : jeweils  drei Segmente ausgetrennt . Das Bugfahrwerk baute ich komplett neu. Die Räder habe ich mir von Equipage besorgt (Resinfelgen mit Gummireifen). 

Das Schlimmste und Aufwendigste aber sind die Oberflächen der Teile : Fehlgeleitete Gravuren (richtige Irrläufer!), Sinkstellen und jede Menge Beulen müssen beseitigt werden. Darüber hinaus müssen besonders im Rumpfrückenbreich, dem Anschluss von Heck zur Nachbrennersektion und der Radom/Buganschluss weiträumig verspachtelt und verschliffen werden und dementsprechend die Gravuren wieder hergestellt werden. Ist dies alles geschafft muss die gesamte Oberfläche aber nun extrem Eben und Glatt poliert werden - eine Alulackierung verzeiht keine Fehler.

Der Moment der ersten Lackierung kam dann schon einem Richtfest gleich - auch wenn die nur jede Menge Unebenheiten sichtbar machte und deshalb danach weiter verschliffen und poliert wurde .Aber wie sagte Modellbaufreund Flogger  so treffend zu mir :  "Du bist hier nicht bei Wünsch Dir Was sondern bei Amodel"" - der Satz sagt alles.

Aber dennoch - die Su-15 von Amodel hat ihre Qualitäten die alles gutmachen : Form und Mas passen, die Details wie Fahrwerksschächte Lufthutzen stimmen, Querruder und Landeklappen sind als separate Teile ausgeführt und können so in Funktion dargestellt werden. Die Bauanleitung gibt auch entsprechende Hinweise dazu.

Die Lackierung erfolgte schliesslich  mit ModelMaster Aluminium als Grundton, Luken und Deckel wurden mit Xtracolor Naturmetall lackiert. Für das Radom sowie die Antennenverkleidung am Seitenleitwerk verwendete ich Modelmaster Russian Topside Green. Die Nasenkante des Seitenleitwerkes, die Deckel auf dem Rumpfrücken , das Neugebaute Staurohr sowie Panele der Höhenleitwerke wurden mit Alcad II Chrom lackiert - ein einzigartiger Effekt.

Die R-98 Lenkwaffen und die UPK-23 Kanonenbehälter stellen eine typische Bewaffnungsvariante der Su-15TM dar und konnten ihrer guten Ausführung wegen direkt aus dem Bausatz entnommen werden. Lediglich die Kanonenrohre der UPK-23 wurden aus Kanülen neu gefertigt.

Die Decals aber von Amodel habe ich nicht verwendet da deren Trägerfilm matt ist und der Druck auch nicht sonderlich gut ist - ich benutzte die aus dem VES-Kit. Diese Decals sind von PRODECAL und von guter Qualität. Die dargestellte Variante ist eine typische Su-15TM der Luftverteidigung der UDSSR aus den 70er/80er Jahren.