Mirage IIIC (AML)

Wie einige andere ihrer Zeitgenossen entstand die Mirage III aus den Erfahrungen des Koreakrieges heraus - 1953 gab die französische Luftwaffe eine Ausschreibung für ein kleines, leichtes Allwetterjagdflugzeug mit guter Steigleistung heraus. Dassault erster "Vorprototyp" war die MD.550 - ein recht kleines Strahlflugzeug mit Zusatzraketentriebwerk und Deltaflügel. Diese Maschine erwies als zu klein und noch nicht schnell genug - angepeilt waren Mach 2,0 und mehr. Der nächste Schritt war die Mirage II - ausgerüstet mit zwei Strahltriebwerken , Zusatzraketentriebwerk und  - da sich gut bewährt - Deltaflügel. Das Ganze wurde nun nochmals überarbeitet, mit einem Snecma - Atar-Triebwerk versehen, der Rumpf nach der Flächenregel gestaltet und einem Nurflügeldeltatragwerk  versehen. Dieses Exemplar hatte dann am 17.November 1956 als MirageIII-001 seinen erfolgreichen Erstflug.
Die Mirage III war ein kompromissloser einfacher Abfangjäger ausgerüstet mit Radar und 2 DEFA 552 30mm-Kanonen. Die Version IIIC war die erste Serienausführung die als CJ, CS und CZ exportiert wurde. Israel zählte zu den Abnehmern der Mirage III und durch deren Erfolge bei den Kampfhandlungen in Nahost - insbesondere im Sechstage-Krieg wurde dieser Typ berühmt und bescherte dem Hersteller viel weitere Folgeaufträge in den verschiedensten Ländern wieder Schweiz, Venezuela, Südafrika, Spanien, Pakistan oder Brasilien.

Auf der Scalemodelmania in Offenbach 2002 hatte ich nach guter Beratung von meinem Tischnachbarn diesen Kit von meinem letzten Geld erstanden. Der AML - Kit besteht weniger aus Plasteteilen sondern vielmehr aus Resin- und Ätzteilen. Die Haube liegt als Vacu - Haube vor. Die Decals sind von Tally Ho und sehr sauber gedruckt - sorgen allerdings für viel Arbeit und Probleme ..

Die wenigen Plasteteile ( Rumpfhälften mit Leitwerk, 3 Tragflügelteile und Fahrwerksbeine mit Rädern) sind fein negativ graviert und bestechen durch eine grandiose Passungenauigkeit. Die Arbeit beginnt mit dem Entgraten der Teile und herstellen der Durchbrüche für die beiden Luftansauggitter am Heck. Das einpassen der Resin - Cockpitteile und des Resin - Bugfahrwerksschachtes ist etwas trickig - nimmt man jedoch mutig genug Material weg passt alles gut. Nach dem Zusammenkleben der Rumpfhälften ist erst mal Verspachteln, Verschleifen und Neugravieren angesagt.
Die Hauptfahrwerksschächte sind ebenfalls in Resin ausgeführt. Das schönste hierbei ist den Schacht von seinem gewaltigen und problematischen Anguss zu befreien. Nach einigen Anpassungsarbeiten passt dieser ebenfalls recht gut in die Tragflügel.
Nun wurden zunächst die Lufteinläufe und das Radom (alles aus Resin) montiert. Danach erfolgte die Montage des Tragflügels und der nötigen Spachtel- und Schleifarbeiten.

Ein schönes Problem stellte für mich die Vacu - Haube dar. Sie ist einteilig und passt nicht richtig und hat überdies eine unkorrekte Form. Deshalb entschied ich mich dazu - obwohl mir das Cockpitinnere nicht so toll gelungen war - diese zu teilen und geöffnet darzustellen. Dadurch muss nur das feste Kanzelteil angepasst werden und die falsch Form der Haube fällt nicht weiter auf. Beim Trennen der Haube riss mir die Haube natürlich ein was ich glücklicherweise durch verkleben und Polieren wieder beheben konnte. Das Staurohr fertigte ich mir aus Kanülen neu an.

Darstellen wollte ich von Anfang an eine Israelische Maschine - ich entschied mich dabei für die naturmetallene  "259"  - geflogen vom Commander der 101st Tayeset, Oded Marom. Dieser Pilot errang insgesamt 11 Luftsiege, mein Modell stellt die "259" dabei im Zustand mit 7 Luftsiegen dar.

Die Lackierung erfolgte mit AlcadII Chrom - so ganz sauber ist mir das aber leider nicht gelungen - der Effekt sieht trotzdem sehr realistisch aus. Die Decals  waren noch mal ein schönes Ärgerniss : der Trägerfilm ist hauchdünn, superbrüchig und trotzdem am Modell gut sichtbar. Die roten Zierfelder am Rumpf lackierte ich selbst da die dafür vorgesehen Decals nicht aufbringbar waren. Da sich die Decals trotz des sehr dünnen Trägerfilms nicht in die Gravuren legten verwendete ich Weichmacher - und zwar MicroSol und MicroSet. Das hätte ich lassen sollen - die Decals wurden davon auch nicht weicher aber die Lackschicht schön angeätzt.

Zu guter Letzt erfolgte die Montage der Fahrwerke. Dabei müssen die Hauptfahrwerksbeine extrem gekürzt werden. Die hauchdünnen Resin - Klappen sehen am Modell sehr realistisch aus. 
Fazit : Ein nicht ganz einfacher Kit der selbst fortgeschrittenen Modellbauer vor so manches Problem stellt, dafür aber ein realistisches Modell der Mirage III erlaubt. Besonders schön dabei ist wenn man kurz nach Fertigstellung erfährt das Eduard diesen Typ demnächst auch in 1/72 herausbringen will ...