MiG-25 A FOXBAT (ZHENGDEFU)

Die MiG-25 wurde als Antwort auf die Entwicklung der Amerikanischen B-70 "Walkyrie" entwickelt. Da die B-70 Mach 3 schnell sein sollte musste dies die MiG-25 ebenfalls werden um diesen Bomber abfangen zu können. Aufgrund der Erfolge der sowj. Luftabwehraketen und der raschen Entwicklung der ballistischen Interkontinentalraketen wurde die B-70 nicht in Serie überführt - die MiG-25 aber wurde zur Serienreife entwickelt und in die Bewaffnung der IA-PVO übernommen. Der Typ war die letzte Gemeinschaftsentwicklung von dem Berühmten Duo Mikojan/Guerowitsch. Damit wurde die Ära eines der berühmtesten Entwicklungsteams der Welt überhaupt beendet. Angefangen hatte dies alles als sich die beiden noch jungen Konstrukteure im Konstruktionsbüro des "Nestors" des sowj. Jagdflugzeugbaus Polikarpow kennen lernten. Hier sammelten sie erste Erfahrungen und arbeiteten zusammen an dem Projekt eines Höhenhochleistungsjägers. Die beiden gründeten zusammen schließlich das OKB "MiG". Als Erbe bekamen sie von Polikarpow die Unterlagen für dieses Projekt und entwickelten dieses fertig - daraus wurde die MiG-1/MiG-3 - der Anfang einer Serie von überaus erfolgreichen und Richtungsweisenden Jagdflugzeugen. Mit der MiG-15 wurden sie Weltberühmt, die Mig17 war der beste Unterschalljäger der Welt, die MiG-19 wurde der erste Serienüberschalljäger der Welt,die MiG-21 der meistgebaute Überschalljäger der Welt, die MiG-23 der erste Schwenkflügeljäger der Welt und die MiG-25 schließlich der erste und bisher einzige Mach 3 Jäger der Welt. Um diesen Jäger so extrem schnell werden zu bekommen gingen die Konstrukteure keine Kompromisse ein : sie sollte lediglich schnell und hoch steigen können, 2-4 schwere R-40 / AA-6 "Acrid" Luft/Luft-Lenkwaffen tragen können und mit diesen das Luftziel ausserhalb der Sichtweite vom Himmel blasen können. Alles andere war nebensächlich: Startstrecke, Kurvenkampffähigkeit und Größe waren nicht massgeblich.So wurde das Flugzeug ganz schön brachial : Riesige ,mit verstellbaren Rampen ausgerüstete, Lufteinläufe, Schulterdeckerauslegung der leicht gepfeilten Trapezflügel, für die damalige Zeit das ungewöhnliche doppelte Seitenleitwerk, Riesige Nachbrennerdüsen, riesiges Hauptfahrwerk, die Cockpitkanzel in die Stromlinienform eingepasst sowie weit hinten angesetzte, stark gepfeilte Pendelhöhenruder. Die grösste und wichtigste Ausrüstungskomponente war am Anfang das riesige Bordradar. Es war noch in Röhrentechnik und hatte die gewaltige Sendeleistung von 600kw ( 800PS !).Dies diente weniger der Reichweitenleistung sondern vor allem als Gegenmassnahme gegenüber Störmassnahmen, es sollte solche einfach durchdringen. Als Rekordversion E-266 erflog sie eine ganze Reihe von Höhen-,Nutzlast- und Geschwindigkeitsrekorden die zum Teil noch heute bestehen. Dadurch wurde der "Rest" der Welt auf diesen Typ aufmerksam und war der Leistungen wegen hochschockiert - wie sollte man einem solchen Flugzeug begegnen ?! Die USA starten sofort ein neues Jägerprogramm in dessen Ergebniss die F-15 entstand. 1978 aber wurde der Geheimnisschleier um die MiG- 25 endgültig gelüftet : Der sowj. Pilot V.Belenko desertierte mit seiner MiG-25 und landetete auf dem japanischen Luftstützpunkt Hakodate. Bevor das Flugzeug zurückgegeben wurde, wurde es genau inspiziert. Für den Westen war es unverständlich das der Typ fast nur aus Stahl (hitzebeständigen) gefertigt - nur die extrem belasteten aus Titan. Auch sonst galt sie den westlichen Experten als zu "grob gehauhen ". Dabei beachtete man jedoch nicht das in der SU immer die Faustregel galt : Zweckmässigkeit statt Äusserlichkeiten, Herstellbar in Massenproduktion, einfache Wartung unter Einsatzbedingungen sowie möglichst geringe Kosten. Und gerade Jäger aus dem Hause MiG sind ein Standardbeispiel dafür. Als Aufklärer war die MiG-25 im "scharfen Schuss" über Israel im Einsatz - kein einziges Flugzeug konnte abgeschossen werden : sie flogen ganz einfach jenseits der gegnerischen Leistungsgrenzen der Phantom's und SAM's. Zur Schulung diente nach bewährtem Beispiel die Doppelsitzerversion MiG-25U.Mitte/Ende der 80er Jahre kam die weiterentwickelte MiG-31 zum Einsatz, die zwar nicht mehr so schnell war, dafür aber moderner ausgerüstet war, als Übergangslösung bis zur Einführung der Su-27.Damit endete die Einsatzzeit eines der einmaligsten Flugzeugmuster die bisher existierten.

 

Eine MiG-25 als Modell zu bauen war schon ewig mein Wunsch. Aber Die MiG-25 ist als Bausatz eine Rarität. Eigentlich wusste ich nur das von HASEGAWA ein solcher Kit existiert. Diesen konnte ich jedoch nie bekommen - weder im Laden noch per Versand. Im Internet jedoch fand ich bei Jetmodell einen Kit von ZHENGDEFU. Diesen Hersteller kannte ich bis dahin gar nicht. Ich bestellte den Kit und bekam ihn umgehend zugesandt. Nach dem öffnen war ich - nun sagen wir mal - noch nicht allzu sehr enttäuscht. Es kamen zwei Gussäste aus sprödem Plaste, die Cockpitkanzel, ein kleiner Decalbogen und eine winzige Bauanleitung zum Vorschein. Die Teile hatten teilweise sehr viel Grat und haben eine positive Gravur. Die Detaillierung ist armselig.

Der Zusammenbau der armseligen Cockpiteinrichtung war unproblematisch. Die beiden grossen Rumpfhälften passten einigermassen zusammen. Damit war der erträgliche Teil des Baus auch schon beendet. Nun begann eine gigantische Feil-, Schleif,- und Spachtelorgie. Nichts, aber auch rein gar nichts passte mehr zueinander. Den Radarkonus musste ich abfeilen, aufspachteln und durch Verschleifen völlig neu in Form bringen.Die Anschliessende Bugsektion ebenfalls. Die Lufteinläufe waren viel zu breit - also dasselbe. Das Rumpfanschlussteil zwischen Heck und Nachbrennerdüsen passte nicht zum Rumpf und auch nicht zu den Nachbrennerdüsen. Die Seitenflossen passten nicht an den runden Rumpfhinterteil. Der Übergang zwischen Tragflächen und Rumpf war ein breiter Graben. Es war eine grandiose Spachtel und Schleifschlacht. (die Abweichungen betrugen bis zu 5mm !)Zur zwischenzeitlichen Erholung baute ich aus Frust die I-16 von HASEGAWA und erfreute mich hier an hervorragender Passgenauigkeit und Detaillierung. Nachdem ich mir den fertig verschliffenen MiG-25 Rohling besah wollte ich das Ganze eigentlich aufgeben. Am gesamten Rumpf und an Teilen der Tragflächen waren die ohnehin schon spärlichen Gravuren komplett durch das Spachteln und Schleifen verschwunden und das Ganze sah nun endgültig sinnlos aus. Vom eigenhändigen Garvieren habe ich leider keine Ahnung und alle meine diesbezüglichen Versuche schlugen fehl. An einem früheren MiG-29 Modell aber hatte ich aus einer plötzlichen Eingebung heraus mal einige Wartungsklappen und andere Detaills mit einem Feinminenbleistift aufgemalt - dies wirkte sehr real. Was bei der MiG-29 noch mehr ein Versuch war machte ich hier nun zum entscheidenden Gestaltungsmerkmal. Vor allem am Rumpfbug begann ich nun nach und nach fast alle Klappen und Nähte nach einem Dreiseitenriss aufzuzeichnen. Dabei hatte ich immer die Airbrush zur Hand und spielte verschiedene Farbtöne ein.

Nun konnte sich das Ganze sehen lassen - die feinen Bleistiftlinien wirken sehr real.Zum Schluss bekam ich dann noch mit das die Nachbrennerdüsen zu lang ausgeführt sind. Ich kürzte diese um ca. 5mm.

Die mitgelieferten Decals erfüllten an meinem Modell gar keinen Zweck aber um so mehr als weitere Füllung in meinen Papierkorb. Als Abziehbilder waren die Dinger nicht zu gebrauchen, sogar ein mehrstündiges Bad im Weichmacher änderte nichts an der harten Konsistenz. Die benutzten Decals sind ein Sammelsorium aus den verschiedensten Resten. Als Vorlage dienten mir hier Fotos.

Die "Odd Rods"-Antennengruppe sowie die Anstellwinkelgebersonden fertigte ich mir selber aus Draht. Die R-40 Raketen die mitgeliefert wurden bedurften auch einiger Nacharbeit. Die Die Flügel mussten gekürzt werden, pro Rakete waren jeweils zwei grosse Sinkstellen zu beseitigen. Die Düsen habe ich selber hinzugefügt.