MiG -21 F-13 (Bilek)

Schon während der Entwurfsphase der MiG-19 am Anfang der 50er Jahre begann im OKB Mikojan/Guerewitsch die Arbeiten an einem Mach2 Jäger. Aus dem Entwurf der MiG-19 heraus entstand über viele Entwürfe und Versuchsflugzeuge schliesslich1958/1959 der Urprototyp Je-6 - der Deltaflügel - Urahn aller MiG-21.Der neue Jäger sollte leicht, wendig, Mach2 schnell und einfach in Bedienung, Konstruktion und Produktion sein. Damit stand fest das solch ein Fugzeug eben nicht alles können würde - Reichweite und Kampfmittelzuladung standen eher im Hintergrund. Und dennoch gelang dem OKB Mikojan damit der erfolgreichste Entwurf in der Geschichte der Strahlgetriebenen Flugzeuge. Die MiG-21 war einfach der ideale Abfangjäger : gute Beschleunigung, gute Wendigkeit und eine Bewaffnung von Anfangs 2 und später einer Bordkanone sowie 2 Lenkflugkörpern . Rein technisch war sie bei weitem nicht hochgezüchtet und war damit auch unter einfachen Feldbedingungen einsetzbar. Ihre Nachteile lagen in der relativ geringen Reichweite ( Einsatz ohne Kraftstoffzusatztanks war unpraktikabel) sowie in ihrer geringen technischen Ausrüstung das gerade im Fehlen des Bordradars der F-Version seinen Ausdruck fand. Aber der Typ sollte ja ohnehin unter strikter Bodenführung handeln und lediglich als Abfangjäger und nicht als Luftüberlegenheitsjäger fungieren. Und ihrem Erfolge taten all ihre Schwächen keinen Abruch : Von Anfang an war dieses Flugzeug ein Exportschlager und ist bis heute im Einsatz ! Die aller ersten Serienversionen waren die der F-Reihe und hier die wichtigste die F-13. Dieser Typ war für viele Luftwaffen der erste Mach2 Jäger der im Einsatz war. Haupterkennungsmerkmale der F-13 war die nur noch auf der rechten Rumpfseite vorhandene 30mm Kanone, die nach vorne anschlagende Cockpithaube, das unten liegende Staurohr sowie der noch nicht vorhandene Rückenwulst.

Von Fujimi kennt man die hervorragenden Bausätze der MiG-21 Reihe aus denen man fast aller Versionen bauen kann - nur eine nicht : die F-Reihe. Das liegt an der anderen Rumpfform der F-Versionen der ein Modularbausatz  der mit den darauffolgenden Hauptreihen kompatiplen Versionen nicht zu machen ist : Der Rumpfbug der F-Version ist im Gegensatz zu allen anderen Versionen Schlanker und Schmaler. Will man nun eine F- Version bauen hat man lediglich 2 Möglichkeiten : Airfix oder Bilek (bei den Beiden aber auch erst ab F-12 da erst hier das breitere Leitwerk eingeführt wurde). Bilek ist hier die erste Wahl : von den 62 Einzelteilen fallen besonders die Rumpf-, Trag-, und Seitenleitwerksteile mit ihrer sehr guten sauberen und authentischen negativen Gravur auf.

Doch dann geht der Bastelspass los : sämtlichen Kleinteilen ist zwar der gewollte Hang zur guten Detaillierung anzusehen die die Formenbauer aber leider nicht umsetzen konnten. Sämtliche Cockpitinneneinrichtungsteile, Fahrwerksteile, Pylone , Antennen und Hilfslufteinläufe benötigen einiges an Nacharbeit oder gleich den Umtausch durch Teile von Fujimi- Bausätzen ( bei meinem Modell : Pylone und Lenkwaffen, Unterrumpftank sowie Staurohr) oder dem Eigenbau ( IFF- Antennengruppen und Sonden unter den Tragflügeln die im Kit gar nicht vorhanden sind).

 Das grösste Übel allerdings dürfte die Klarsichthaube sein die Einteilig und absolut unpassend ist. Ursprünglich wollte ich diese geöffnet darstellen - also sägte ich diese ( sowas machte ich hier erstmals) durch wobei ein zwar brauchbares Hinterteil entstand das Vorderteil allerdings zersplitterte - dies klebte ich nun mit Clearcote zusammen und bergrub aufhand der zu erwartenden Schwierigkeiten mit diesem laveden Teil diese Option. Mein von Anfang an gestelltes Ziel der Darstellung der Treibstoffleitungen im hinteren verglasten Kabineteil machte ich jedoch wahr und erbaute diese im Eigenbau. Und hier möchte ich Holger von der MiG-21 -Zone Website für das hervorragende Bildmaterial danken (Website unter Links verlinkt)

Der Zusammenbau des Rumpfes mit dem Lufteinlaufkegel, Cockpitinnenteilen und dem Strahlrohr funktioniert ganz gut - die Cockpitinnenteile könnten aber ruhig besser detailliert sein. Vor dem zusammenkleben der Rumpfhälften sollte man die Passzapfen entfernen da diese schlecht passen. Anschliessend müssen einige Stellen verspachtelt und verschliffen werden. Die in 2 Teile zersägte Kanzel wurde kommplett mit dem Rumpf verschliffen da diese absolut nicht zueinander passen. Den Übergang von Rumpf zu dem beweglichen Kanzelteil habe ich dann neu eingraviert. Ebenso gravierte ich einige nicht vorhandene aber typische Nieten. Danach klebte ich die Bordkanone auf der rechten Seite an und bohrte hier den Lauf auf, danach klebte ich die rechte Rumpfwulst sowie den Hilfskiel an.

Recht viel Spachtel - un Schleifarbeit verlangt die Anpassung des Leitwerkes an den Rumpf. Auch die Passzapfen der Tragflächen sollten vor dem Ankleben entfernt werden. Sämtliche Fahrwerksteile müssen von Grat befreit werden, sind dann allerdings durchaus brauchbar.

Der mitgelieferte Decalbogen lässt einiges an Bemalungsvarianten zu : zwei Tschechoslowakische Exemplare - jeweils in Metall und getarnt, eine Israelische Beutemaschine, eine metallene sowjetische mit roten Rumpfstreifen aus der Krise von 1968 sowie eine der NVA in Tarnung. Meine sollte ganz einfach im Metallkleid werden mit normalen sowjetischen Kennzeichen. An solch einer MiG-21 kann man sich mit den verschiedensten Metalltönen schön "austoben". Ich habe zunächst einmal komplett mit Testors Aluminium lackiert und dann mit Testors Sieler (Spezieller Schutzlack für Testors Metallfarben) versiegelt. Danach konnte ich die verschiedenen Bereiche die einen anderen Metallton bekommen sollten bequem und Problemlos mit Tamiyas Maskingtape abkleben. Danach kam dann wieder eine Schicht Klarlack und nun die recht guten Decals.

Fazit : Dank seiner sehr guten Gravuren ein ganz annehmbarer Bausatz aus dem sich mit entsprechenden Veränderungen, Zuhilfenahmen von Teilen aus den MiG-21 Kits von Fujimi oder auch durch entsprechende Teile aus dem Zubehörmarkt ein gutes bis sehr gutes Modell bauen lässt. Mich hat geärgert das ich das mit der geöffneten Kanzel nicht hinbekommen habe (dafür haben sich nach dem Ankleben und Verschleifen des Kanzelvorderteils an dessen Innenseite kleine Verschmutzungen gezeigt - wo kommen die bloss her ?! - ganz einfach : voll die Realität : es wird ja durchaus auch mal verschmutzte Kanzeln gegeben haben...) und das ich beim Ankleben solcher Kleinteile wie die der beiden Antennengruppen noch viel lernen muss. Aber na ja - was ist schon hundertprozentig vollkommen.

(Seit 2005 ist nun der sehr gute MiG-21 f13 Bausatz von Revell erhältlich)