Messerschmitt Me-109E (ACADEMY)

Ende 1938 erschienen die ersten 10 Exemplare der Nullserie der Me-109E - der berühmten "Emil". Die Serienproduktion lief Anfang 1939 an und die "Emil" wurde nun schnell zum neuen Standardjäger der Luftwaffe. Mit dem DB 601 Motor, der eine Spitzengeschwindigkeit von 570 Km/H ermöglichte, einer Dienstgipfelhöhe von11000m und einer Bewaffnung von zwei Maschinenkanonen und zwei Maschinengewehren war der Jäger gut gerüstet für den Kampf gegen die Hurricane und die ersten Versionen der Spitfire. Die "Emil" sah dann auch viele Kriegsschauplätze : sie flog gegen Polen, Frankreich, Grossbritannien, in Afrika sowie am Anfang gegen die Sowjetunion bis sie schliesslich ab 1941 allmählich von der F-Version abgelöst wurde.

Nach den ersten guten Erfahrungen mit ACADEMY beim Bau der P-47D entschloss ich mich die von dieser Firma angebotenen Me-109E zu bauen.Der Kit enthält 39 sauber abgespritzte, gratfreie und negativ gravierte Plasteteile. Die Klarsichtteile, jeweils 3 Stück liegen doppelt vor : jeweils für die Version E3 und E4. Die leicht verdruckten Decals erlauben den Bau drei verschiedener Flugzeuge : E4 von Hauptm. H.v.Hahn, E4 von Maj. G.Schoepfel sowie einer E3 von Lt.W. Wuebke.

Da ich keine grosse Erfahrung beim Bau von Deutschen Flugzeugen aus dem WKII habe und deshalb unsicher betreffs der Farbgebung war zog ich fachmännische Hilfe aus dem WWW hinzu : Ich schickte eine entsprechende Mail mit eingescannter Bauanleitung an den Webmaster der JG 27 - Seite (auf meiner Linkseite gelistet) und erhielt umgehend 3 genaue Farbrisse der betreffenden Flugzeuge sowie einige Hintergrundinformationen. Dafür möchte ich an dieser Stelle nochmals danken ! Ich entschied mich schliesslich für die E4 des Hauptmanns Hans von Hahn, Gruppenkommandeur des I./JG 3 - obwohl dies die schwierigste Variante hinsichtlich der Bemalung ist.

Der Zusammenbau der sehr gut passenden Plastikteile ging schnell und Problemlos vonstatten, sehr gut detailliert ist die Inneneinrichtung des Cockpits.Nun kam die schwierigste Hürde : die Lackierung. Nicht weniger als 6 Hauptfarbtöne müssen mit der Airbrush ineinandergehend oder scharf abgegrenzt aufgebracht werden - nicht einfach an einem solch kleinem Modell.Ich bekam dies aber meiner Meinung nach recht gut hin, dasselbe meinte auch der Webmaster der JG 27-Seite dem ich einige Fotos zwecks "Kontrolle" zusendete. Er deckte hier nun aber auch den ersten Schwachpunkt dieses Kits auf : Die Rumpfbewaffnung liegt zu weit von der geometrischen Mittellinie entfernt - sprich die beiden MG17  sind zu weit auseinander. Dies ist recht schade angesichts des sonst sehr gelungenen Bausatzes. Der richtige Nervenkrieg sollte für mich aber noch beginnen...

Das Böse Erwachen kam mit dem Anbringen der Decals : die Decals sind nicht nur teilweise verdruckt sondern lassen sich von Weichmacher in keinster Weise zum sauberen Anliegen an die Modelloberfläche bewegen.Bei den kleineren Decals fällt dies noch nicht so ins Gewicht - die Hoheitszeichen sowie Dreiecks- und Winkelmarkierungen jedoch waren so gut wie gar nicht an das Modell zu bekommen. Die Markierungen habe ich schliesslich mit Klarlack "angeklebt" (Ich hatte eben nichts anderes).Bei den Hoheitszeichen ging ging dies jedoch schief da die Decals regelrecht zerfielen. Dabei gingen dann zu meinem Ärger auch noch Teile der Lackierung kaputt. Also musste ich vor allem den Rumpf teilweise neu lackieren um dann aus anderen ungebauten Kits entsprechende Hoheitszeichen zu entnehmen - in der Hoffnung diese irgendwann ersetzen zu können...

Die Räder der Hauptfahrwerke sind gut detailliert, ebenso Propeller und Nabe. Als letztes fügte ich nun noch die Antennverdrahtung hinzu. Fazit : Wäre der Fehler mit der Rumpfbewaffnung nicht und Academy würde vernünftige Decals beilegen hätte es ein wunderschönes Modell werden können. So aber bin ich nun doch enttäuscht : selbst wenn die falsch sitzende Rumpfbewaffnung nicht sofort auffällt so sind die mit Klarlack angeklebten und dadurch nicht sauber anliegenden Markierungen doch ein Wermutstropfen.