Polikarpow I-16 (HASEGAWA) 

Das letzte Meisterwerk des "Nestors" des sowj.Jägerbaus, Polikarpow, war die I-16.Der begnadete Konstrukteur hatte die Sowjetunion mit den ersten eigenen Jagdflugzeugkonstruktionen versorgt - und das mit immer grösserem Erfolg. Sein erstes berühmtes Jagdflugzeug war die I-15, mit der man erstmals an die Spitze der Welt vorstiess, mit deren Weiterentwicklung I-153 schuf er die Krönung der Doppeldeckerjäger. Unvergessen wird auch sein kleiner, unscheinbarer aber berühmt-berüchtigter leichter Allzweckdoppeldecker U-2/Po-2 sein. Ein weiterer Erfolg war sein Mehrzweckflugzeug R-5.Mit der I-16 aber krönte er sein Gesamtwerk - dieser Typ wurde zur Legende. In den 30er Jahren übernahm die Sowjetunion eine gewisse Vorreiterrolle im Flugzeugbau. Die Bomber TB-2,TB-3 und SB-2 waren Vorgriffe auf die kommende internationale Entwicklung im Flugzeugbau. Es war die Zeit des allgemeinen Überganges vom Doppeldecker zum freitragenden Eindeckerflugzeug. Mit der I-16 ging man hier ebenfalls als erste Nation diesen Weg - mit vollem Erfolg. Der Prototyp TsKB - 12 flog im Dezember 133 zum ersten Mal. 1935 wurde die I-16/Typ1 in Dienst gestellt. Die I-16 hatte alles was den modernen Jäger der folgenden Jahre auszeichnete: unverstrebter, freitragender Eindecker sowie Einziehfahrwerk. Das kleine Flugzeug war kompromisslos um denM22/M25/ M-62 Sternmotor herumkonstruiert, was ihr ihr typisches gedrungenes Aussehen verlieh. Sie hatte für ihre Zeit überragende Flugleistungen die sie gegen die Japaner am Chalchin-Gol und gegen die Italiener und der deutschen Legion Condor im Spanienkrieg unter Beweis stellte. Leistungsmässig konnte sie noch mit den ersten Versionen der Me-109 mithalten. Nicht ganz unkompliziert war ihr Handling was Längsstabilität (durch die bullige Motorverkleidung verursacht) sowie das Einkurbeln des Fahrwerks betraf (diese Kurbelei zählte zu den berühmten Details der Maschine, nicht weniger als 44mal musste der Pilot die Kurbel drehen bis das Hauptfahrwerk vollständig eingefahren war). Auch die hohe Landegeschwindigkeit war ungewohnt. Aber die sowj. Piloten lernten mit der Zeit die in tausenden Exemplaren hergestellte Maschine zu beherrschen. Die I -16 war am Anfang des Krieges mit Deutschland das am meisten verfügbare Jagdflugzeug der Roten Luftwaffe - aber bereits veraltet. Mit den neuen Typen MiG-3, Jak-1 und LaGG-3 hatte die Sowjetunion weitaus bessere Eisen im Feuer, aber deren Serienproduktion war gerade erst angelaufen und musste nun auch erst noch weit nach den Osten verlagert werden (Übrigens eine der grössten militärwirtschaftlichen Meisterleistungen der Geschichte überhaupt). Also musste die I-16 zunächst die Hauptlast tragen - gegen die weitaus moderneren Me-109E und F. Was die kleine Maschine dabei technisch nicht konnte wogen ihre Piloten mit Finesse und Heldenmut aus. Erfolgreich praktizierten so manche ihrer Piloten den Rammstoss, was die robuste Maschine meistens besser vertrug als ihre Gegenspieler. Ab 1942/1943 aber übernahmen die neuen Jak's und LaGG's ihre Rolle und eroberten die Luftherrschaft zurück. Damit endete die Ära Polikarpows - aber sein Erbe trägt bis heute : Die beiden Konstrukteure Mikojan und Guerewitsch machten bei ihm ihre ersten Schritte und lernten sich hier kennen um das berühmte Kürzel "MiG" bis heute um die Welt zu tragen !

Die berühmte I-16 gab es zunächst erst einmal gar nicht auf dem Markt. Doch dann erinnerten sich die Japaner des ehrwürdigen Feindes von damals - HASEGAWA brachte 1998 dankbarer Weise die I-16 in 1:72 auf den Markt. Und das gleich doppelt: Typ18 und Typ 24. Ich habe hocherfreut auf der INTERMODELLBAU 2000 ein Kit des Typs 18 erstehen können - der Unterschied zu Typ 24 besteht rein äusserlich lediglich in der Bewaffnung. Der Inhalt ist absolut gut : sauber abgespritzte Teile, negative und positive Gravuren - je nachdem es realistisch ist, sehr schöne und sauber gedruckte Decals. Der Zusammenbau des kleinen Modells ist sehr einfach. Die Passgenauigkeit ist absolut hervorragend, man muss überhaubt nicht spachteln.Der Sternmotor ist mit nachgebildet, die Jalousien der Lüftung können geöffnet oder geschlossen dargestellt werden. Ich habe mich für geöffnete Jalousien entschieden - so kann man den Motor noch sehen. Ausserdem kann man sich entscheiden ob man die Schusskamera über dem Cockpit anbringen will. Doch das schönste ist das HASEGAWA an die Sache mit dem Hauptfahrwerk gedacht hat: Die Kurbel wird mitgeliefert und sogar hauchdünner, stabiler Draht der die Seile des Einzugsmechanismusses darstellt - Klasse!

Es liegen Decals für zwei Maschinen bei, ich habe mich für die der Leningrader Front von 1942 entschieden, wegen der für die sowj. Mascinen der damalige Zeit typischen Slogans auf dem Rumpf. Die HASEGAWA - Decals sind stets etwas dicker als die solcher Hersteller wie ITALERI oder COOPERATIVA. Dies habe ich aber lieber da die HASEGAWA - Decals beim positionieren nicht so schnell reissen.Mit Weichmacher behandelt schmiegen sich diese Decals dann hervorragend an die Modelloberfläche an und der Trägerfilm ist nicht mehr erkennbar.

Der Zusammenbau des kleinen Modells hat mir grossen Spass gemacht und es ist ein hübsches, originalgetreues Stück entstanden das meine Sammlung um ein wichtiges Teil Luftfahrtgeschichte berreichert.