Lockheed F-80C "Shooting Star" ( Sword)

Schon 1939 wurde von Lockheed ein Strahljäger mit der Bezeichnung L-133 entworfen, dieser aber fand damals keine Beachtung. Die Leitung dieses Entwurfes lag dabei in den Händen eines gewissen Kelly Johnson. Auf Grund des Kriegsgeschehens aber änderten sich die Ansichten, und die USAAF fragte bei Lockheed an, ob sich der Entwurf XP-80 in einem halben Jahr verwirklichen lassen könnte. Nach nur 143 Tagen war man bereits soweit, und die grün lackierte “Lulu Belle” alias XP-80 44-83020, flog am 8.Januar 1944 zum ersten mal.Für den Antrieb sorgte hier das Goblin-Treibwerk von de Havilland. Zum Einsatz im zweiten Weltkrieg aber kam das Muster nicht mehr, obwohl sich bereits zwei Maschinen zur Einsatzvorbereitung in Italien befanden und weitere Exemplare nach Europa verschifft wurden. Frei von Mängeln und Problemen war dieses Muster am Anfang, wie die anderen Typen der “Generation Null” der ersten Strahljäger, nicht. Die “Shooting Star” wurde erst mit dem Einsatz des J-33 Triebwerkes richtig einsatzreif. Zur endgültigen Jägervariante reifte schliesslich die F-80C mit dem J33-A25 Triebwerk und Schleudersitz, welche in 898 Exemplaren gebaut wurde. Die F-80 war der erste einsatzreife Strahljäger der USA und wurde vor allem durch den Kampfeinsatz in Korea bekannt. Hier rückte das Muster zwar durch das Auftauchen der modernen MiG-15 und dem entsprechenden Einsatz der F-86 schnell in die zweite Reihe, als Jagdbomber aber stellte sie dennoch weiterhin ein leistungsfähiges Muster dar. Auf der Basis der F-80 wurden schliesslich der überaus erfolgreiche Trainer T-33 sowie die Raketenbewaffnete F-94 entwickelt.

 

Die F-80 ist von der Modellbauindustrie im klassischen 72er Maßstab recht stiefmütterlich behandelt worden. Da gibt es den nun schon historischen Bausatz von Airfix, welcher aber eigentlich gar nicht so schlecht ist. Und – ja , das war es dann schon. Der Bausatz von Gran ist nämlich auch nur eine pure Kopie des mäßstäblich nicht ganz korrekten Airfix-Originals. Von Extratech gibt es dazu noch einen kleinen Ätzteilbogen mit Cockpitdetails und den Klappen. Das ist wahrlich nicht viel für ein an sich wichtiges Vorbild. Sword, ein kleiner tschechischer Hersteller hat sich dieser deutlichen Lücke angenommen und einen korrekten Bausatz der C-Version herausgebracht Nun, meine Erfahrung mit diesen Bausätzen selbst sind zwiespältig: Man kann daraus immer ein ordentliches Modell bauen welches auch dem Original entspricht – wenn man an vielen Ecken und Kanten ummodelliert, nachrecherchiert und teilweise umbaut. Aber dieser Bausatz ist dann doch anders.

Die Rumpfhälften passen an sich recht gut zueinander. Nacharbeiten sind natürlich unumgänglich – es ist eben ein Short – Run Bausatz wo eben mit Spachtel und Sekundenkleber überall nachgearbeitet werden muss. Mit etwas nachfeilen passen hier auch Cockpitwanne und Bugfahrwerksschacht ganz gut hinein. Das Schubrohr sollte gehörig mit einer Rundfeile dünner geschliffen werden. So einfach das Instrumentenbrett des Bausatzes auch ist – es ist deutlich besser als die Ätzteilvariante von Extratech, da diese einfach viel zu klein ist. Von dem ganzen Extratech-Bogen habe ich überhaupt nur die Seitenkonsolen verwendet – ein paar Decalreste aus der Grabbelkiste aber erfüllen auch diesen Zweck. Damit können wir diese Ätzteile gleich ganz abhaken, der Sword-Bausatz liefert einfach die besseren Teile. Der Schleudersitz aus Resin geht voll in Ordnung. Etwas trickiger aber ist da die Montage von Instrumentenbrett und dessen Abdeckung. Ich habe das Ganze samt Cockpitwanne dann ganz einfach erst nach der Rumpfmontage eingebaut, was recht gut von der Hand geht. Der Hauptfahrwerksschacht ist schön modelliert und passt sehr gut an das untere Tragflächenteil. Bei der Passprobe mit dem Rumpf sieht man nun recht gut, welche Angusszapfen und Stellen an Cocktwanne und Fahrwerksschacht noch abgeschliffen werden müssen. Nun wurde die untere Tragfläche an den Rumpf geklebt, erst dannach wurden nach dem Ausdünnen der Hinterkanten die Flächenoberteile leicht angepasst und montiert. Hier ist es wichtig, den Rumpf – Flächenübergang sauber zu überarbeiten – die spätere Naturmetallackierung geht mit Fehlern sehr deutlich um. Die Höhenruder erhalten Bohrungen für die an entsprechender Stelle eingearbeiteten Stahldrahtstifte, so können diese Teile nun stabil montiert werden.

 

Den selben Arbeitsaufwand wie am Modell steckt man schliesslich auch in die ganzen Kleinteile. Ausdünnen der Klappen, Nachbearbeitung der Räder, ausdünnen der Bombenleitwerke und schliesslich völliger Neubau der Tiptanks. Das ist wichtig, wenn man die Bausatzdecalvariante der „Eagle Eye Fleagle“ wählt, wie ich es von vornherein geplant habe. Für diese Variante gibt es wiederrum zwei Markierungsvarianten, ein frühe und eine spätere. Für die spätere nun gibt es zwei gute Fotobelege aus dem Koreakrieg im Squadron/Signal Heft zur Shooting Star: Gleich auf Seite 3 von links vorne und auf Seite 42 von rechts im Flug aufgemommen. Und da sieht man auch, das von den vier möglichen Tip-Tanks gerade der hier benötigte Typ nicht im Bausatz enthalten ist: der späte Standard-Tank. Das Ganze schreibt sich schnell – bis man diese ganzen Teile aber entsprechend überarbeitet hat, ist die selbe Zeit rum wie bei der eigentlichen Modellmontage. Völlig ohne Nacharbeit aber kommen die Fahrwerksbeine aus. Für die zu kurzen Hauptfahrwerke aber müssen am Fahrwerksschacht neue, aus aufgesetzten Plastikprofil zurechtgeschnittene, Aufnahmen eingeklebt und mit der entsprechenden Bohrung versehen werden.

Die F-80 im Koreakrieg waren in Naturmetall gehalten, hatten aber einen Alu-Schutzanstrich. Der typische – und an Modellen oft übertrieben dargestellte – „Fleckenteppich“ der unterschiedlich gewalzten Paneele und Materialien ist hier also fehl am Platz. An zeitgenössichen Fotos sind dennoch hier und dan ganz leichte Unterschiede zu erkennen. Dies aber wiederrum wollte ich nutzen: Ein einheitlich in egal welchem Metallton lackiertes Modell hat einfach nur den Charm eines Briefbeschwerers. Sehr gut geeignet sind Farben aus dem Alclad II – Sortiment. Wichtig hier aber ist eine entsprechende Vorarbeit. Von Alclad gibt es nun wieder den speziellen schwarzen Lack dafür – den aber nehme ich aus böser Erfahrung heraus nie wieder: Dem entsprechenden Modell schaue ich noch heute bei der nicht enden wollen Rissbildung mit Enttäuschung zu ...
Es gibt eine einfache Alterantive: Gunze Metalprimer mit etwas Gunze-Verdünner versetzt glättet sauber verschliffene Fläche ganz hervorragend und wird dazu noch von den aggressiven Alclad-Farben nicht angegriffen. Nun ein paar Flächen abgeklebt, mit Stahl von Alclad lackiert, dann das ganze Modell mit Airframe Aluminium überlackiert – und das war es schon mit der ganzen Grundlackierung. Nun noch Blendschutz, Antirutschbeschichtung („Walkaways“) und Leitwerkskappe abegklebt und lackiert, dann können schon die Decals drauf.
Nun sieht das Ganze noch sauber und einfach zu glänzend, zu glatt aus. Das war nicht der typische Anblick einer F-80 im Koreakrieg. Die Flugzeuge haben da durchaus geglänzt, waren aber nicht hochpoliert und trugen Schmutz- und Abnutzungsspuren. Das ganze Modell zunächst mit einem Metallprimer – Seidenmattlack Gemisch überlackieren. Damit bekommen die folgenden Schmutzspuren ihren Halt und der übermässige Glanz wird gebrochen. Die Alterung selbst erfolgte mit Wasserfarben.

Das Bugfahrwerk kann unverändert montiert werden, die Hauptfahrwerksbeine passen nach beschriebener Anpassung nun auch. Auf jegliche Verkabelung habe hier mal verzichtet – man würde davon am Modell nichts mehr sehen.Die Klappen machen gar keine Probleme, die Streben für Bugfahrwerk und Bremsklappen wurden aus Kupferdraht neu erstellt.

Was ist nun so anders an diesem Sword-Bausatz gegenüber so manch anderen tschechischen Bausatz ? Nun, hier passen die ganzen Teile einfach so, wie es gedacht ist. Es müssen keine Teile neu ertstellt werden, Alles passt letztlich so wie gedacht und es müssen keine Positionen nachrecherchiert werden. Tatsächlich, dies Modell lässt sich zu 100% „Out Of The Box“ bauen. Und so macht das Ganze dann eben auch deutlich mehr Spaß. Klar, Nachbearbeitung ist auch hier überall dabei. Es ist eben Short-Run wo die Teile ausgedünnt und angepasst, verspachtelt und etwas Überarbeitung brauchen. Das Modell aber selber ist Maßstäblich und auch von der Formgebung her korrekt – genau da hakt es nur allzuoft bei den großen Serienherstellern. Sword gilt schon länger als Geheimtip – und mit dieser F-80 bestätigt sich das in meinen Augen.