F- 4E Phantom II (Hasegawa)

Die damals noch relativ unbekannte Firma McDonell aus St. Luis erhielt Mitte der 50er Jahre von der US.NAVY den Auftrag für die Entwicklung eines Nachfolgers für die glücklose F3H Demon. Der Neuentwurf war konstruktiv stark an die F3H angelehnt, dies galt als riskant, führte aber trotzdem zum vollen Erfolg. Am 27.Mai 1985 hatte die F4H-1 ihren Erstflug.1962 erfolgte die Umbenennung nach dem neuen Bezeichnungssystem und nun hies der Typ F-4.Die ersten Serienmaschinen (ehemals F4H-1) hiesen nun F-4A auf die die erste Grosserie für die NAVY, die F-4B folgte. Die F-4 war für ihre Zeit ein einzigartiges Flugzeug : Mach 2 schnell, Radargestützt, hohe Reichweite, Bewaffnung mit jeweils 4 Sparrow - und Sidewinder Raketen und zwei Mann Besatzung. 

Die US.AIR FORCE erkannte die Qualitäten dieses Typs und bestellte diesen Typ ebenfalls. Sie wurde zunächst als F-110 geführt dann aber ebenfalls in F-4 umbenannt. Die erste AIR FORCE Version war die C die sich kaum von der NAVY - B unterschied. Darauf folgte die D die auf den Einsatz als Jagdbomber modifiziert wurde. Als sich während des Vietnamkrieges die Notwendigkeit einer festeingebauten Maschinenkanone und einer besseren Manövrierfähigkeit erwies wurde in einem Sofortprogramm die F-4E entworfen die folgende Merkmale hat : verlängerter Rumpfbug mit neuen AN/APQ120 Bordradar und festeingebauter 20mm Kanone M61A1 Vulcan, Vorflügeln, verlängerte Nachbrennerdüsen und J79-GE-17 Triebwerke. Dieser Typ wurde sofort in Vietnam eingesetzt und bewährte sich dort recht gut. Die F-4E stellte bis zum vollständigen Ersatz durch F-15 und F-16 eines der wichtigsten Kampfflugzeuge der US.AIR FORCE dar.

HASEGAWA hatte vor Jahren die mit Abstand besten F-4 Phantom II Kits im Angebot : die Kits der Serie KA, insgesamt 11 Bausätze unterschiedlicher Versionen sowie den Kit SP52 - eine F-4E der Thunderbirds. Meine erste F-4E war der Kit Ka6. Dieses Flugzeug baute ich in der Bemalung einer Maschine aus New Jersey. Aus meinem Interrese für den Vietnamkrieg heraus wuchs der Wunsch aus den selben Kit noch eine Maschine mit authentischer Bemalung und Kennung aus dem Vietnamkrieg zu bauen. Da gab es diese Kits auf den Deutschen Markt schon nicht mehr ! Ich sucht über ein Jahr lang diesen Kit und konnte keinen finden. 

Auf der INTERMODELBAU 1998 schliesslich sprach ich mit einem Mitarbeiter der Zeitschrift "FLUGZEUG" auf dessen Stand darüber und er versprach mir zu helfen. Und tatsächlich: ca 4 Wochen später kam der Kit per Post zu mir nach Hause - der Kit SP52, also eine F-4E mit Decals der Thunderbirds. Nun ging es an die mühsame Beschaffung der restlichen Details - Es sollte schlieslich mein bis dahin bestes Modell werden. Resin- Schleudersitze und Ätzteile von Verlinden konnte ich noch von meinem Händler in Gera bekommen. Wo aber sollte ich die passenden Decals für eine echte Vietnam-Einsatzmaschine herbekommen? Da half mir dann wieder die INTERMODELBAU (1999) . Hier konnte ich von SUPERSCALE einen passenden Decalbogen erstehen und damit eine Maschine der 388TFW die in Korat/Thailand stationiert war bauen. Bei Auswahl und Anbringung der Decals sowie der Bemalung orientierte ich mich an einem Foto aus dieser Zeit. Um bei der richtigen Farbgebung sicher zu gehen bestellte ich mir dann noch über einen Versandhändler speziell angemischte Farben von EXTRACOLOR.

Nun konnte es endlich an den Bau gehen. Der Kit selber macht mir dabei keine Probleme . Hervorragende Detaillierung und Passgenauigkeit und die Tatsache das ich den Bausatz durch den Bau von jeweils einer E, G, und D Version schon auswendig kannte sorgten für null Probleme. Der wirklich schwierige Teil lag in der Detaillierung des Cockpits mit den Ätzteilen. Besonders die Anbringung der Rahmen für die Glashauben war extrem kompliziert !

Die Mühe aber hat sich gelohnt und in Verbindung mit den sehr schönen Resin- Schleudersitzen ist ein für diesen Masstab hochdetailliertes Cockpit enstanden dessen Detaills die gezeigten Fotos nur zum Teil wiedergeben können.

Damit war das Modell nun fertig und sehr gut gelungen.Dachte ich jedenfalls , bis ich eines schönen Tages eine eMail von J.Schreiber (ebenfalls Modellbauhomepagebetreiber, Phantom - u. Awacs -Fan, Verweis auf meiner Linkseite) bekam. Er hatte zwei Fehler an dem Modell festgestellt: Genau diese Maschine stammte noch aus Baulos 35 und hatte damit noch die kurze Kanonenöffnung und keine Slats.Dazu sendete er mir noch ein Foto dieser Maschine.

Ich besah mir das Ganze und musste feststellen das er Recht hatte. Auser dem konnte ich auf dem Foto noch 3 weitere kleine Unterschiede zu meinem Modell feststellen : Ein falsches Decal am Rumpfbug, die fehlenden hellen Flächen auf den Cockpitkanzel auf denen sich die Namenszüge der Piloten befinden( Namen nicht feststellbar) sowie ein kleiner Fehler am Tarnschema auf dem Leitwerk.

Ich entschied mich nach längeren Überlegen zur Behebung der Fehler. Das Hauptproblem dabei war die Entfernung der Slats - sie sasen ganz schön fest, aber es ging gut aus. Die Kanonenmündung lies sich recht einfach wechseln, das falsche Decal wurde leicht überlackiert und durch das neue ersetzt, für die Namensfelder benutzte ich zurechtgeschnittene Decalreste und am einfachsten war die kleine Umlackierung am Leitwerk.

Nun wurde das geänderte Modell nochmals fotografiert - nun dürftet Ihr es ohne Fehler sehen !

Inzwischen ist die F-4E von Hasegawa auf dem deutschen Markt wieder ganz gut vertreten. Nach 7 Jahren habe ich das Modell wieder etwas "restauriert" - die Zeit hatte einige Spuren hinterlassen. Dabei bekam die Phantom noch eine Leiter spendiert.