McDonnell F3H-2 Demon (EMHAR)

Am 7.8.1951 flog erstmals der Prototyp XF3H-1 und im Januar 1955 flog die erste Serienmaschine F3h-2N.Das Flugzeug wurde als Unterschall - Abfangjäger und Flottenschützer konzipiert. Dazu wurde sie mit Radar, 4 20mm Kanonen sowie Sparrow - und Sidewinderraketen ausgerüstet. Zur Erhöhung der Reichweite konnten 2 Zusatztanks unter dem Rumpf mitgeführt werden, dies wurde jedoch nur selten genutzt da dies die ohnehin schwache Flugleistung noch mehr beeinträchtigte. Allerdings wurden viele Demon's  mit einem Luftbetankungsstutzen ausgerüstet. Für ein einsitziges Trägergestütztes Jagdflugzeug war die Demon für ihre Zeit ziemlich gross. Die Demon litt von Anfang an an Triebwerksschwäche - das Allison J71 Triebwerk bot für das grosse Flugzeug einfach zu wenig Leistung. Die Demon war deshalb nicht besonders beliebt bei ihren Piloten, Durchstarten z.B. galt als höchstgefährlich. Es wurden ca. 520 Demons gebaut. Damit wurden zwischen 1957 und 1964 neun Fighter Squadrons ausgerüstet. Über das Flugzeug ist nie viel geschrieben wurden, der Typ ist heute fast vergessen. Dennoch war sie der Geburtshelfer für einen der wichtigsten Flugzeugtypen der Welt, der F-4 Phantom : mit eingeschnürten Rumpf ("Wespentaillie") sollte die weiterentwickelte F3H-G mit Überschallgeschwindigkeit fliegen können. Diesen Entwurf lies man direkt in die Neuentwicklung F4H-1 einfliesen. Man wird tatdsächlich erstaunt sein wie viele Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten es zwischen der Demon und der Phantom gibt wenn man sie mal nebeneinander stellt.

Die Demon war kein erfolgreiches Flugzeug, ich habe mal gelesen das der Hersteller McDonnell per Gerichtsbeschluss einer Modellbaufirma die Herstellung eines solchen Plastikmodells verbieten wollte. Ob wahr oder nicht - wer eine Demon bauen will dürfte Pech haben, es gibt kein solches Modell es gab nur mal eines. Die Firma EMHAR hatte vor ca. 10 Jahren die Demon in 1:72 im Angebot. Mich hat ( wie viele andere Modellbauer sicher auch) die Demon nie sonderlich interresiert. Aber ich hatte doch einiges über den Typ gelesen und als ich durch Zufall diesen Emhar-Kit als Versteigerungsangebot bei Ebay entdeckte griff ich zu. Der Kit stammt nun aus einer Zeit da negative Gravuren noch etwas besonderes waren. Die Negativen Gravuren an den ansonsten sauber abgespritzten Teilen sind relativ grob und nicht geradlinig. Die Passgenauigkeit der Teile ist gut. Decals liegen für eine Maschine der VF-64 von 1958 und für eine der VF-31 "Tomcatters" von 1960 bei.Ebenfalls enthalten sind je 2 Sidewinder - und Sparrowraketen.

 

 

 Der Zusammenbau ist relativ einfach, lediglich die beiden Rumpfhälften müssen an der Klebenaht ein wenig verspachtelt werden. Man muss allerdings dafür sorgen soviel wie möglich Ballast im Bugbereich unterzubringen da das sehr hohe Bugfahrwerk für einen extrem schlechten Schwerpunkt sorgt. Mein Modell steht gerade so, ohne die beiden Sparrows kippt sie jedoch nach hinten weg. Sehr gut :Die auf den den Tragflächen befindlichen Spoiler liegen ebenfalls bei und sind recht gut gemacht. Sie haben nur einen Fehler der beim genaueren hinsehen auffällt: Beide Teile sind jeweils für die rechte Seite gemacht, man muss also das linke Teil verkehrt aufkleben.

Am Bugfahrwerk habe ich zusätzlich die beiden feinen Fahrwerksstreben (aus Draht gefertigt) angebracht. Diese sind auf Fotos deutlich zu sehen, im Kit aber nicht mit dabei.

Die Bemalung erfolgte natürlich mit Airbrush. Ich habe mich dabei für die der VF-31"Tomcatters" entschieden. Die recht grossen Decals benötigen sehr viel Weichmacher. Das fertige, mit Decals versehene, Modell vermittelt jedenfalls einen guten Eindruck über die farbenfrohe Bemalung der NAVY - Maschinen jener Zeit.

Die ersten Phantoms sahen auch noch so Farbenfroh aus - später jedoch wurde alles gedämpfter, die Hoheitsabzeichen, Staffel- und Geschwaderkennungen wurden weniger bunt und vor allem viel kleiner. Zum Schluss habe ich das "wie poliert" aussehende Modell noch ein wenig gealtert um es realistischer aussehen zu lassen