Grumman F-14B  "Tomcat" 
Hasegawa

 

Die F-14B resultierte aus dem hauptsächlichen Schwachpunkt der F-14A: den TF-30 Triebwerken, welche die "Tomcat" vom F-111 Programm erbte. Diese Triebwerke waren für den Großteil der Totalausfälle verantwortlich und nebenbei war die F-14 von allen neuen amerikanischen Hochleistungsjägern (F-15, F-16 und F-18) das Flugzeug mit dem schlechtesten Schub-Masse Verhältniss. Grumman schlug schon früh die Einrüstung stärkerer Triebwerke vor. Das entsprechende Projekt F-14B mit den geplanten F-401 Triebwerken flog erstmals 1973 und wurde aus Kostengründen gestoppt. Ab 1987 wurden 47 F-14A mit dem GE F110-GE-400 Triebwerk umgerüstet sowie 38 mit diesem Triebwerk neu gebaut. Sie erhielten zunächst die Bezeichnung F-14A(Plus), ab 1991 erhielten sie die Bezeichnung F14B. Ab 1980 wurden TARPS-Aufklärungsbehälter eingeführt, welche eigentlich nur als Zwischenlösung bis zu einer letztlich nie verwirklichten Aufklärungsversion der F-18 gedacht waren. Einige der A- und B-Exemplare wurden nachträglich modifiziert um auch gelenkte Bomben einsetzen zu können, diese Exemplare bekamen den Zusatz „ Upgrade“. Die letzte Variante war F-14D mit APG-71 Radar, generell modernerer Avionik, und neuen Cockpitinstrumenten, welche sich aus 37 neu gebauten und 18 aus F-14A umgebauten Exemplaren zusammensetzte. Der Einsatz der F-14 erstreckte sich von 1974 bis zur feierlichen Außerdienststellung am 22. September 2006 – in über 30 Jahren nahm die „Tomcat“ dabei an zahlreichen scharfen Kampfeinsätzen teil und wurde zum echten Erfolg der U.S. Navy und „Klassiker“ der Lüfte.

Im Frühjahr 1989 lief die 163225 als neugebaute F-14B bei Grumman vom Band. Das Flugzeug ging im Jahr darauf zur VF-24 und flog für die „Fighting Renegades“ ihre ersten Einsätze. Danach kam das Flugzeug zur VF-101 „Grim Reapers“, dann zur VF-103 „Jolly Rogers“. 1998 schließlich kam die 163225 zur VF-102 „Diamondbacks“ und wurde dort zum Farbenfrohen Staffelleader der Squadron. Bei der VF-102 ist dies immer das Flugzeug mit der Nummer „102“. Die 163225 ersetzte dabei zusammen mit anderen B’s die F-14A, welche die Diamonbacks seit 1981 einsetzte. Die 163225 trägt den Zusatz „Upgrade“ und gehört damit zu jenen Exemplaren, welche über erweiterte Luft-Boden-Fähigkeiten verfügen. Die kam vor allem 2001/2002 während der Operation „Enduring Freedom“ zum Tragen, wo die Tomcats der VF-102 zu „Bombcats“ wurden und mit gelenkten und ungelenkten Bomben sowie der Bordkanone intensiv Bodenziele in Afghanistan bekämpften. Unmittelbar nach „Enduring Freedom“ rüstete die VF-102 ab Mai 2002auf die F/A-18 „Superhornet“ um. Damit kam die 163225 wieder zur VF-101. Dort beendete sie ihre Dienstzeit und kam im August 2004 zu SARDIP , dem „Stricken Aircraft Reclamation Disposal Program“ – zu gut Deutsch einem Programm zur Entsorgung von Flugzeugen.

Klar, das die B der VF-102 auch in meine Sammlung musste. Das ganze Modell wollte ich nun auch aufwendiger darstellen: mit geöffneter Kanonenbucht, aufgewertetem Cockpit festgezurrt bei letzten Wartungsarbeiten vor dem Einsatz als "Bombcat" 2001/2002 bei der Operation „Enduring Freedom“.
Für das geniale Resin-Cockpit von Aires muss überall fleissig unnötiges Material an Rumpfhälften und Cockpitwanne abgetragen werden. Das traumhafte Cockpit von Aires lässt keine Wünsche offen und ist ein Modell für sich, welches zum Einbau eigentlich zu schade ist. Viele Instrumente lassen sich vorteilhaft mit Ätzteilen von Eduard darstellen. Beim einpassen auch an die Kanonenbucht denken, welche ja auch noch ihren Platz braucht. Die Resinteile von Verlinden können nur als Ausgangsbasis dienen, da diese Teile direkt auf die Rumpfausschnitte des Hasegawa-Bausatzes zugeschnitten sind. Diese aber dienten nie zur Darstellung der Kanonenbucht, sondern für die unterschiedlichen Teile der Rauchbasaugung. Ich habe hier mit Plastiksheet und etwas Draht gearbeitet die Muni-Trommel kommt von Verlinden und die Kanone steuert ganz hervorragend Master bei. Im Laufe der Jahre wurde am hinteren Einstiegstritt der umliegende Bereich mit einem aufgesetzten Blech verstärkt. Hasegawa hat dies nicht berücksichtigt (was dem Erscheinungszeitraum des Bausatzes geschuldet ist), entsprechend abgeklebt und mit Sprühspachtel aufgetragen ist dieses Detail aber schnell dargestellt. Wichtig ist den hinteren Abschluss an das Rumpfmittelstück anzupassen. Der hintere Querschnitt des Rumpfbugs passt nicht zum dem am Rumpfmittelteil. Abhilfe ist hier schnell mit zwei Stückchen Plastiksheet geschaffen.

 

Ein schöner Rücken kann auch entzücken und der aus dem Hasegawa-Bausatz tut dies dank seiner Stimmigkeit auch, andere Mitbewerber patzen hier. Bedacht werden muss, dass die Antennenausrüstung so nur für die A stimmt. Meine B-Variante verfügt dazu noch über die kleine runde GPS-Antenne. Die Antennensockel werden also abgeschliffen, durch neue aus dem Eduard-Bogen ersetzt und die GPS-Antenne aus etwas Plastikmaterial dargestellt. Ober- und Unterteil des komplexen Rumpfes passen gut zusammen. Vor deren Montage aber werden noch die Lufteinlauframpen, Luftkanäle und Verdichterstufen eingebaut. All dies hat Hasegawa sehr durchdacht umgesetzt. Den hinteren Rumpfabschluss bildet der „Biberschwanz“ mit den Bremsklappen der AN/ALR-67 Antenne und dem roten Rohr für den Treibstoffnotablass. Dafür hat man den speziellen Spritzling „K“ vorgesehen, passend für die späteren A-, sowie B- und D-Varianten. Für die ursprünglichen A-Versionen ist dies übrigens Spritzling „L“, wo das Gehäuse die frühere Form hat.  Nach dem Zusammenkleben der beiden Rumpfhälften müssen dann doch ein paar Bereiche leicht verspachtelt und verschliffen werden, was sich aber in Grenzen hält. Wer die Zusatztanks montieren will, sollte nicht die dafür vorgesehen Löcher aufbohren, sondern dies ca. 2mm nach innen versetzen und die konforme Anpassung des Tank-Pylons begradigen. Ursprünglich hatten die F-14A im vorderen Flächenbereich ausfahrbare deltaförmige Hilfsflächen. Diese dienten besserer Agilität im Überschallbereich. Die Gesamtwirkung war aber letztlich so gering, dass diese deaktiviert wurden. Im Bausatz sind diese Flächen separat enthalten. Bleiben noch die Teile der Tragflächenbälge. Der Authentizität zuliebe opfert Hasegawa hier die Möglichkeit von beweglichen Schwenkflügeln, und das entspricht so dem Gesamtanspruch des Bausatzes. Die Bugsektion passt nach der beschriebenen Anpassung gut an das große Rumpfhinterteil, es muss nur an den Seiten leicht überschliffen werden. Damit ist im Wesentlichen der Rumpf fertig gestellt. Nun fehlen noch die Pylone für die Bewaffnung. Hier heißt es aufpassen!

Die Standardbewaffnung der Tomcat bestand generell aus Phönix-, Sparrow- und Sidewinder-Lenkwaffen. Diese alleine lassen schon einige Variationen zu. Im meinem Fall einer „Bombcat“ entfallen die Sparrow, dafür kommen Lasergelenkte Bomben sowie ein AAQ-25 LANTIRN Pod hinzu. Für diese Variante sind die Hasegawa-Waffensets Nr 11 & 12 eine gute Hilfe, hier findet sich alles was an abweichenden Zubehör benötigt wird. Nicht wundern: der AAQ-25 ist die NAVY-Variante des AN/AAQ-14 der USAF. Für den LANTIRN - Pod steht alles fest: nur der rechte Flächenpylon ist dafür am Original verkabelt. Den Pod und den passenden Träger speziell für die F-14 liefert das Waffenset Nr.12. Beide Flächenpylone werden am abgewinkelten Träger mit AIM-9 „Sidewinder“ belegt. Bei den Bomben entschied ich mich für zwei GBU-24. Bomben befördert die „Bombcat“ grundsätzlich nur an den „Racks“ unter dem Rumpf, wobei alle vier mit auch unterschiedlichen Waffen belegt sein können. In der Regel wäre nun der linke Pylon noch mit einer AIM-7 „Sparrow“ bestückt – belegt ist aber interessanterweise auch die Mitnahme einer einzelnen AIM-54 „Phönix“. Beide Lenkwaffen gibt es jetzt auch in exzellenter Qualität von Eduard, ich entschied mich für Letztere. Schließlich war diese außergewöhnliche Lenkwaffe das „Alleinstellungsmerkmal“ der Tomcat. Was die Pylone angeht, sollte man der Bauanleitung hier nicht folgen. Wem es dazu an Vorbildmaterial mangelt, der wird doch tatsächlich in Hasegawas Waffenset Nr.12 darauf hingewiesen und auch gleich in bester Qualität beliefert. Der Standard-Pylon der AIM-9 wich in späteren Jahren dem LAU-138 Launcher. Dieser hat vorn einen auffällig runden Behälter für Kühlflüssigkeit sowie einen BOL Chaff Dispenser am Heck. Ebenso geht das Waffenset Nr.11 nochmals speziell auf die F-14 ein: hier liegen auch noch die speziellen Halterungen für die Bomben an den Racks bei. Wer einen der Wiederauflagen-Bausätze mit der Bezeichnung „F-14B“ nutzt, der kann sich Set Nr.12 sparen – der betreffende Spritzling „Z“ liegt dem Bausatz bei. Für die Montage von Sparrow und Phönix am unteren Träger der großen Flächenpylone liegen im Bausatz entsprechende optionale Träger bei. Im Falle der Sparrow sind sie sehr gut getroffen, nicht aber für die Phönix. Überall hat sich Hasegawa viel Mühe gegeben, nur hier nicht! Dieser Träger ist im Original genau an die Form der Phönix angepasst, während der Bausatz nur ein einfaches, gerades und auch noch zu kurzes Teil anbietet. Ich wollte mir dieses Teil schon selber schnitzen, als ich mich an den alten F-14 Bausatz Nr. K12 von Hasegawa erinnerte. Fix mal rein gesehen – und was entdecke ich in diesem altehrwürdigen Kit der ursprünglich 1978 von Minicraft kam ? Genau: einen toll gemachten Träger für die Phönix! Der passt auch sonst sehr gut und so war dieses Problemchen schnell erledigt. Die großen und komplexen Flächenpylone benötigen eine stabile Verbindung und so habe ich diese Teile schon jetzt vor der Lackierung an ihre Positionen geklebt, während ich die großen Racks an der Rumpfunterseite erst nach der Lackierung montierte.

 

Die Tragflächen machen recht wenig Arbeit trotzdem sie separate Vorflügel und Klappen beinhalten. Ober- und Unterteil passen gut zusammen und erfordern keine Nacharbeit. Selten, aber wahr: Die Flächen passen hervorragend in die Flügeltaschen, kein Spalt, kein Durchhängen: Klasse! Die Tragflächen dienten mir dann auch gleich als „Lackierprototypen“ für das Modell. Erstmals nutzte ich zur Lackierung Gunze Farben. Mr.Color. 308 ist hier der passende Farbton und lässt sich auch mit preiswerter Nitroverdünnung problemlos verarbeiten. Die Trocknungszeit ist enorm kurz, gefühlt kaum länger als die von Acrylfarben. Das beschleunigt das Arbeiten enorm und so war die Grundlackierung mit Aufhellungen und Abdunklungen in ca. 30min abgeschlossen. Ein wichtiges Oberflächenmerkmal besteht in den Schleifspuren im Schwenkbereich der Flächen. Zunächst wurden dazu diese Bereiche nach Vorbildfotos abgeklebt und mit einem dunkleren Grau lackiert. Wichtig dabei ist, Klappen und Flächen am besten zusammen zu maskieren und zu lackieren. Nun wurde das Ganze demaskiert, mit Gunze 308 wieder übernebelt, dann mit schwarzer Wasserfarbe und Pinsel weitere Spuren hinzugefügt.

Die Lackierung ist bei den späten Tomcats relativ einfach. FS 16375 über alles, das war es. Wie schon bei der Tragfläche ist der entsprechende Gunze - Farbton Nr. 308. Die sehr feinen Gravuren wurden schön während der Montage nach und nach schwarz eingefärbt. Das ist bei einer hellgrauen Lackierung eigentlich eher von Nachteil, nicht aber bei so gut deckenden Farben wie denen von Gunze. Nun muss noch etwas Leben und Abnutzung in das eintönige Farbkleid. Dazu habe ich zunächst einige Flächen, Paneele und Bereiche abgeklebt oder auch frei Hand mit jeweils aufgehelltem oder abgedunkeltem 308 nachlackiert. Das Ganze sollte mit etwas Feingefühl stark verdünnter, lasierender Farbe erfolgen. Zu starke Effekte können durch übernebeln mit dem Grundton Gunze 308 wieder abgemildert oder ganz eliminiert werden. Am Ende soll eine „lebendig“ wirkende Lackierung aus einem Grundfarbton mit dunkleren Bereichen sowie ausgeblichenen, helleren Effekten entstehen, deren Gesamteindruck harmonisch wirkt. Die Leitwerksspitzen werden rot lackiert. Jede Menge Einzelteile wie Klappen, Höhenruder oder die gesamte Bewaffnung werden natürlich separat lackiert.
Den Bausatz 00745 von 2004 widmet Hasegawa alleine der VF-102. Der Decalbogen sieht dabei die Markierung der „102“ von 2000 und 2001 sowie der „106“ von 2002 vor. Die Anleitung zur Verwendung und Positionierung der Decals ist dabei absolut authentisch. Auch die Druckqualität und der Trägerfilm sind sehr gut, nur das etwas vergilbte Weiß der Hasegawa-Decals dieser Jahre wirkt störend. Abhilfe schafft hier der Decalbogen von CAM. Dieser zeigt beim Rot allerdings einen falschen Farbton. Ich verwendete vom CAM - Bogen nur die beiden großen Embleme alles Andere vom Hasegawa-Bogen. Der Anleitung und den Angaben von CAM sollte man auch nicht bedingungslos folgen, hier stimmen Positionen und auch die zeitliche Zuordnung einiger Decals nicht. Sehr schön und für meine „Bombcat“ auch sehr passend aber sind die Graffiti – Slogans für die Bombenkörper. Für die große Bugbinde im Bugbereich legt Hasegawa noch zusätzliche Segmente für die Darstellung bei geöffneten Trittklappen bei. Diese sind wirklich hilfreich, ich durfte aber wegen der geöffneten Wartungsklappen das Ganze noch etwas mehr zerlegen. Die Decals sollten nach dem Auftragen und genauem Positionieren noch mit Weichmacher behandelt werden, versiegelt habe ich mit einem Gemisch aus seidenmatten und matten Klarlack von Gunze.

Ein wenig mehr an Verschmutzungen oder doch nicht ? – das war angesichts der schon recht abwechslungsreichen Lackierung nicht ganz einfach zu entscheiden. Natürlich, die Bilder stark verwitterter Oberflächen der Tomcats im Trägereinsatz sind inzwischen wohlbekannt. Diese sehr deutlichen und Kontraststarken Verwitterungen treten aber nicht gleichmäßig und überall auf. Und es kommt eben auch, wie immer auf das tatsächliche Vorbild selber an. Und solch ein stark verschmutztes Exemplar wurde eben auch nicht nur einmal überholt und neu lackiert. Ich habe mich an den Zustand während der Operation „Enduring Freedom“ gehalten. Im Osprey-Buch zu diesem Thema findet sich dafür ein aufschlussreiches Foto der „102“. Dazu habe ich die Oberflächen mit etwas Wasserfarbe und Pinsel nachträglich überarbeitet.

Klappe auf ! - und „Affe tot“ –dachte ich als ich die zu öffnende Kanonenklappen am Original betrachtete. Wie schon erwähnt hat Hasegawa die Abdeckungen nur wegen der hier sichtbaren Unterschiede von A-; B- und D-Version separat dargestellt. Im Original ist die hintere Kanonenabdeckung erheblich größer, hat nach oben einen Absatz und muss natürlich dünner sein. Die unterschiedlichen Öffnungen der F-14 an den Klappen haben ihre Ursache in andauernden Problemen mit den Pulvergasen. An frühen Varianten sind hier verschiedene Luftgitter zu sehen, welche später den NACA-Lufteinläufen wichen, deren Luftstrom die Pulvergase zerstreuen. Dazu kommt noch eine feine Gitterstruktur am hinteren Klappenende der hinteren Klappe, welche es wieder in einer frühen und einer späten Variante gibt. Wenn also schon im Cockpit auf die richtige Instrumentierung, bei den Waffen auf die richtigen Träger und bei den Rädern auf die richtigen Felgen geachtet wird,dann sollte bei geöffneter Kanone auch die Darstellung der betreffenden Klappen halbwegs stimmen. Die beiden kleinen Klappen sind schon rein aus dem Bausatz nicht unkompliziert und kaum nachzubauen. Ich aber wollte sie ausdünnen, an den Innenseiten mit Strukturen versehen und die hintere Klappe dabei noch großflächig modifizieren. Da ich nur einen Bausatz der B-Version mit den neuen Klappen hatte, hatte ich also auch nur einen Versuch dafür. Das war mir zu heikel – also wurden die Klappen erst mal ausgedünnt und dann Silikonformen für Resinabgüsse erstellt. Dank an Modellbaufreund Jörg+ an dieser Stelle! Bei der Vorderen muss lediglich noch etwas feine Rippenstruktur an der Innenseite aus Plastiksheet hinzugefügt werden. Kompliziert aber wird es an der hinteren Klappe: Innen die Struktur, dazu Verkabelung für das außen sitzende Pitotrohr. Vorher aber muss oben ein weiteres Segment aus Plastik und hinten das feine Gitter angebracht werden. Das Gitter war dabei übrigens einer der „Anstöße“ für mich, das Ganze überhaupt so umzusetzen: Auf der kleinen Ätzteilplatine von FineMolds für die F-14 finden sich im Grunde kaum Teile, für die sich deren Kauf eigentlich lohnt, aber eben genau dieses Gitter ist mit dabei, und das sogar in beiden Varianten. Ich habe dann auch wirklich zwei Anläufe gebraucht, um all das zu einer neuen, passenden Klappe zusammenzufügen und in die entsprechende gewölbte Form zu bringen. Die Lackierung gestaltet sich dann recht einfach, kompliziert aber wird es dann noch mal mit den Decals. Die Rumpfbinde muss in mehreren Einzelteilen nicht nur auf diese Klappe, sondern auch noch auf Trittklappe und Munitionstrommelabdeckung verteilt werden. Der Umfang dieser Arbeiten sollte bedacht werden, wenn man sich für die geöffnete Darstellung der Kanone entscheidet, da sich das Ganze auf der Fläche von einer 1-Cent-Münze abspielt.

Für die Schubdüsen der TF-30 Triebwerke gibt es von Aires die allerschönsten Resinteile. Wer ein B oder D baut bräuchte aber eben solche für das F-110 Triebwerk. Gibt es aber nicht. Macht nix, Hasegawa steuert die Extra-Spritzlinge „G“ bei: Herrlich modellierte Flammhalter, einteilige, geschlossene Schubdüsen und je 6 Einzelsegmente für die geöffnete Variante. Letztere sind an den Außenseiten sehr gut gestaltet, die Innenseiten jedoch glänzen lediglich mit sehr auffälligen Auswerfermarken. Die fertigen Segmente habe ich nach der Lackierung an die inneren Nachbrennerringe montiert. Wer übrigens für eine A-Version auf die sehr schönen Nachbrenner von Aires zurückgreift, sollte dennoch die Schubrohre aus dem Bausatz verwenden: sie sind authentischer. Die Fahrwerke sind toll detailliert, authentisch und ohne Nacharbeit. Die feinen Details zeigen sich erst richtig nach der Bemalung. Es liegen Felgen für Prototyp YF-14 und frühe A, sowie für die spätere A und B Version vor. Da Bugfahrwerk liegt in normalem und eingefedertem Zustand für den Start bei. Etwas knifflig ist aber die Montage der Hauptfahrwerke am Rumpf: Die seitliche Arretierung welche am Triebwerksgehäuse einrastet um die hohen Belastungen bei der Landung (bis zu 6,5g!) aufzunehmen, harmoniert nicht so richtig mit der korrekten Verankerung des Fahrwerks im Schacht. Ich habe die Arretierungsstreben einfach etwas gekürzt – dann bekommt man das Fahrwerk „eingehakelt“. Die Standhöhe der stabilen Fahrwerke entspricht dem Vorbild. Ebenfalls sehr ansprechend detailliert sind sämtliche Fahrwerksklappen. Wem das noch nicht genügt, der kann aber auch hier noch mit eindrucksvollen Eduard-Ätzteilen „tunen“. 
Von Unten nach Oben vollzieht sich dann die Endmontage aller verbleibenden Einzelteile.An den Oberseiten sind es wesentlich mehr Teile. Ich gehe immer so vor, dass empfindliche Teile wie die Kabinenhaube zuletzt montiert werden und ich mich möglichst von innen nach außen arbeite. Die Positionslampen kommen alle aus dem Bausatz, sie passen hervorragend und brauchen bloß mit Clearfarben eingefärbt zu werden. Die Sidewinder und die Haube folgen erst später, da sich das Modell an den stabilen Tragflächenpylonen noch sehr gut anfassen und auch mal wenden lässt, z.B. um den Kraftstoffschlauch an den Tankstutzen von Verlinden anzuschließen. Erst ganz zum Schluss habe ich dann das tolle Staurohr von Master montiert, ich wollte absolut keinen Bruch riskieren. Das Einschieben der Tragflächen in ihre fest arretierte voll ausgefahrene Position geht dank der hervorragenden Passgenauigkeit problemlos von der Hand.

Begeisterung !
- die zog sich bei mir durch alle Bauphasen dieses Modells und hält auch am fertigen, eindrucksvollen Modell weiter an. Dass ein solch komplexer und detaillierter Bausatz schon über 25 Jahre alt ist und bis heute eigentlich kaum wesentlich Besseres nachgefolgt ist, kann schon erstaunen. Doch damals, Ende der 80er, da hielten die ersten aufwendig und mit CAD-Technik erstellten Edelstahlformen Einzug in den Plastikmodellbau. Für die Modellbausätze bedeutete das einen deutlichen qualitativen Sprung, deutlicher wie kein anderer seit dem. Das Wort „Schüttelbausatz“ zog ein in unseren Sprachgebrauch, ironisch und auch abwertend gemeint und vor allem auf die hohe Passgenauigkeit die Bausätze gemünzt, welche erheblich weniger Spachtelmassenverbrauch verursachte. Von alleine aber fällt solch Bausatz bis heute noch nicht zusammen, da hat es so mancher "Schüttelbausatz" - Belächler von Gestern mit den von ihm heute vergötterteten Eduard-Bausaätzen erheblich leichter. Das nur mal so nebenbei nach dem Motto "Wie die Zeit vergeht" :-D 
Wer mit den Modellbaugrundkenntnissen nicht vertraut ist, noch zu wenig Modellbauerfahrung hat und den Zusammenbau von komplexen Baugruppen und deren Zusammenwirken nicht überschauen kann, der wird mit einem Bausatz, wie dem der „Tomcat“ von Hasegawa kaum glücklich. Der Modellbauer mit etwas Erfahrung und gewissem Vorbildwissen aber wird an diesem Klassiker seine Freude haben: die vielen tollen Teile sorgen auch heute noch für jede Menge Bastelspaß und einem eindrucksvollen, vorbildgetreuen Modell. Zusammen mit den Darstellungsmöglichkeiten eines Trägergestützten Flugzeuges und den vielen tollen Möglichkeiten, welche die Zubehörindustrie heute anbietet, sind viele Variationen möglich. Inzwischen hat sich auch der neue Bausatz der F-14 von FineMolds bei mir eingefunden und soviel sei dazu gesagt: Viel besser ist der auch nicht...