Brewster F2A2 „Buffalo“ (Special Hobby)

Mit einem 963 PS starkem Wright XR-1820 Sternmotor startete im Dezember 1937 das erste moderne Eindeckerjagdflugzeug der US. Navy zu seinem Erstflug. Das kleine gedrungene Flugzeug wies alle Merkmale eines modernen Jagdflugzeuges auf : Unverstrebte Tragflächen mit hydraulischen Klappen, Einziehfahrwerk und geschlossene Kabine. Ab Januar 1939 wurden die 54 gebauten F2A1 in Dienst gestellt, auf denen 43 F2A2 folgten. Abschlußversion war die in 108 Exemplaren hergestellte F2A3 mit erhöhter Panzerung.  Die Buffalo war mit je zwei 12,7mm MGs in den Flächen und in der Motorverkleidung bewaffnet, optional konnten zwei 45kg Bomben mitgeführt werden. Parallel zur Buffalo wurde in Konkurrenz die F4F „Wildcat“ entworfen und gebaut, welche die besseren Flugleistungen und Eigenschaften aufwies. Da die Buffalo mit ihren Leistungen nicht überzeugen konnte, wurde die „Wildcat“ zum neuen Standardjäger der Navy.  Die Buffalo wurde zum Export freigegeben : Belgien erhielt seine 40 bestellten Exemplare auf Grund der deutschen Besetzung nicht mehr, 44 F2A2 gingen an Finnland, ca. 200 Exemplare nach Großbritannien (für den ostasiatischen Schauplatz) und etwa 50 Exemplare erhielt das Königlich-Niederländische - Indische Armeeluftwaffenkorps. Bis auf die von Finnland gegen die Sowjetunion eingesetzten Buffalos konnte dieses Muster kaum Erfolge, dafür aber um so mehr Verluste verzeichnen.

 

Der Bausatz der F2A2 von Special Hobby  präsentiert sich (zunächst) im bestem Licht : ein Rahmen mit sauber abgespritzten und feinen Gravuren versehen Plastikteilen für Rumpf, Flächen und Fahrwerke, sehr schöne Resinteile für das Cockpit, Motor und die Räder, glasklare, aber dicke Haubenteile aus Plastik sowie sauber gedruckte Decals. Wer übrigens den nicht so einfach erhältlichen Bausatz der Buffalo von Hasegawa kennt, wird bei den Plastikteilen einen gewissen „Dejavu“ – Effekt erleben. Alles in Allem für mich ein Grund, ein weiteres buntes Vögelchen zu bauen – zumal es angesichts der Teile kein großer Aufwand sein sollte ....

Von anderen Erfahrungen mit  tschechischen Bausätzen her aber ahnte ich, das ganz so einfach der Zusammenbau nicht werden würde. Das bestätigte dann auch gleich die Montage der vorher lackierten Cockpitteile in den Rumpf – da muß überall wieder abgefeilt und angepasst werden, damit das Ganze überhaupt zusammen paßt. Die Haubenteile passen dann auch nicht so wirklich korrekt an den Rumpf, was aber durch etwas Spachtel- und Schleifarbeiten noch recht einfach zu bewerkstelligen ist. Ärgerlich ist hier aber, das daß bewegliche Haubenteil auf Grund seiner Dicke nicht in geöffneter Position dargestellt werden kann. Angesichts des schönen Cockpits entschied ich mich sofort zur Selbstherstellung einer gezogenen Schiebehaube. Sehr schön modelliert ist auch der Resinmotor, ich habe ihn zusätzlich noch mit Zündleitungen aus Draht versehen. Nach der Montage des Motors kann nun der Stirnring auf die Motorverkleidung geklebt werden, was einige Spachtelarbeiten nach sich zieht. Bei den Flächen trifft man wieder auf die zu dicken Hinterkanten, welche zunächst einmal ausgedünnt werden wollen. Etwas Problematisch stellt sich nun die Montage der Tragflächen an den Rumpf dar – hier sieht der Bausatz ein einfaches stumpfes ankleben vor. Davor selbst habe ich angesichts der sehr guten Klebekraft des UHU-Plast-Spezial Klebers keine Angst, da die Fahrwerksbeine des Modellchen  aber hier an den Tragflächen sitzen, wollte ich mich doch nicht darauf verlassen. Also wurde der Rumpf durchbohrt und ein Hilfsholm aus Stahldraht eingeklebt. Die Tragflächen erhielten entsprechende Aufnahmebohrungen, womit nun eine wirklich dauerhaft stabile Montage gegeben war. Probleme gibt es auch mit dem Propellerspinner : Er paßt so absolut nicht über den Verstellmechanismus des Propellers. Mit Skalpell und Rundfeile wurden die Aussparungen entsprechend vergrößert. Der Propeller selbst erhielt gleich noch eine neue Achse aus einer Kanüle.  Die Hauptfahrwerksbeine selbst machen keine Probleme, die Streben werden ebenso wie das Staurohr, Zielfernrohr und die Flächen-MGs aus Draht und Kanülen selbst gebaut.

 

Bei der Farbgebung habe ich mich sofort für die schöne knallbunte Yellow - Wing Variante der VF-2, wie sie auf dem Kartonbild dargestellt ist, entschieden.  Eine Lackierungs- und Decalanleitung fand sich in meiner Bauanleitung dazu nicht. Der Rumpf und die Unterseiten der Flächen wurde dazu zunächst in Aluminium von Alclad lackiert. Ein Problem stellt hier die untere Cockpitverglasung dar: auf einer recht kleinen Flächen müssen hier viele filigrane Streben und zwei ovale Fenster dargestellt werden. Ich habe dieses Fenster vor der Lackierung komplett maskiert, um nach Abschluß der Lackierarbeiten die Streben mit Decalstreifen darzustellen. Im Hasegawa - Bausatz ist hierfür übrigens ein spezielles Decal enthalten ( welches ich gerne gehabt hätte)  Nun wurde fleißig maskiert : Gelbe Flächen und Leitwerk, Rote Motorverkleidung und Rumpfband. Das Gelb wurde dazu mit etwas Rot versetzt. Nach ausreichender Trocknungszeit wurden nun noch die roten Streifen sowie die Walkaways auf den Flächen maskiert und lackiert. Nun konnte es mit den Decals weitergehen.  Diese sind sauber gedruckt auf hauchdünnem Trägerfilm  - wenn auch leider nicht ganz Fehlerfrei. Wie auf dem Deckelbild richtig dargestellt, muß das „F“ der Kennung Weis statt Schwarz sein, da es sich auf dem Roten Rumpfband befindet. Ich habe mir also zunächst eine entsprechende Maske aus Tape geschnitten und diese Buchstaben lackiert. Viel einfacher wäre es natürlich gewesen, sich diesen Buchstaben aus weisen Decalstreifen zusammenzustellen – aber warum einfach, wenn es auch umständlich geht ... Das Aufbringen der Decals erfordert auf Grund des dünnen Trägerfilms eine vorsichtige und überlegte Vorgehensweise. Am Besten ist es, das Trägerpapier nur von hinten mit Wasser anzufeuchten. Hat man es geschafft, die dünnen schwarzen Umrandungen der Flächenstreifen und des Rumbandes aufzubringen, fallen Kokarden und Kennungen aber nicht mehr schwer. Der Lohn sind Markierungen, welche wie auflackiert wirken. Die tschechischen Decals sind hier einfach „State Of The Art“ 

 

Die Endmontage betrifft nun noch hauptsächlich die Fahrwerke. Hier geht es noch einmal etwas trickick zu, müssen diese Beine doch zunächst ohne jeglichen Stützstreben im richtigen Winkel mittels Sekundenkleber montiert werden. Erst danach können die Streben montiert werden, welche dem Fahrwerk die endgültige Stabilität verleihen. Nun wurden hier noch Bremsleitungen sowie je eine weitere, kleine Strebe angebracht. Das Zielfernrohr und die Schiebehaube wurden mit etwas Clearcote fixiert, die Antennenverdrahtung entstand aus den bewährten warmgezogenen Fäden der Q-Tips. Die Positionsleuchten sind allesamt aus warmgezogenen Klarsichtplaste gefertigt und mit Clearfarben bemalt.

Wer nicht allzu aufwendigen Bastelspaß sucht und dazu ein nicht gerade „Standard – Modell“ am  Ende haben möchte, ist mit diesem Bausatz der Buffalo richtig bedient. Eigeninitiative und etwas Erfahrung setzen die tschechischen Modellbausätze allgemein voraus – doch davon sollte sich keiner abschrecken lassen. Solch farbenfrohe und nicht alltägliche Modelle bereichern jede Sammlung und machen ganz einfach Spaß !