Maskierung

Bei dem Arbeiten mit einer Airbrush ist es oft unumgänglich Flächen zu maskieren, also abzudecken, das sie nicht mitlackiert werden. Solche Bereiche können Nachbrenner, Klarsichteile, Radome oder eben andersfarbige Flächen wie zB. bei Tarnungen oder eben Verzierungen sein. Wichtig dabei ist welche Farbe man zuerst auftragen will. Bei Tarnungen sollte man beachten das es Tarnmuster mit "weichen" - also ineinander übergehenden Farben und solche mit "Scharfen" - also nicht ineinander übergehenden Farben gibt. Bei weichen Übergängen sollte man  besser auf eine Maskierung verzichten und mit einer sehr feinen Düse Freihand lackieren. Um Flächen oder Teile zu maskieren gibt es viel Möglichkeiten. Sehr verbreitet ist das Maskieren mit der handelsüblichen Maskierklebefolie. Mit diesem Material habe ich keine guten Erfahrungen gemacht : Beim entfernen reißt die Folie Teile des darunter liegenden Lackes mit ab und sie passt sich den an Flugzeugen ja fast immer vorhanden Rundungen nur sehr schlecht oder gar nicht an. Viel besser und vielseitiger ist dagegen "Parafilm". Diese Unscheinbare Folie habe ich mal auf der INTERMODELLBAU in Dortmund erstanden - ein wahres Wundermittel ! Diese Folie besitzt keinen Klebefilm sondern haftet lediglich auf Grund der Adhäsion - was sehr gut funktioniert. Dadurch beschädigt sie schon mal nicht den abzudeckenden Lack. Die Folie wird dazu mit den Fingern gefühlsmäßig auf etwa das Fünffache ihrer Größe gedehnt - nicht die ganze Folie sonder ein entsprechendes Stückchen selbstverständlich. Die Fläche der gedehnten Folie muß dabei etwas größer sein als die Fläche die abgedeckt werden soll. Nun wird die Folie auf die betreffende Fläche aufgelegt und mit den Fingern angedrückt. Sehr hilfreich ist ein Wattestäbchen dabei. Nun wird die Folie (sie haftet jetzt) mit einem Skalpell auf dem Modell zugeschnitten - also die überschüssigen Ränder abgeschnitten. Auch das geht recht gut. Man sollte lediglich beim Schneiden nicht zu stark drücken um die Modelloberfläche nicht zu beschädigen. In den meisten Fällen ist die Schnittlinie durch die Gravur auf der Modelloberfläche vorgegeben an der sich das Skalpell sehr gut führen lässt.Nach erfolgten Lackieren und Abtrocknen lässt die Folie sich sehr leicht und ohne Schäden entfernen. Bei dem Arbeiten mit dieser Folie wird man feststellen das sie sich sehr gut an Rundungen annpast.

Beispiel :Ergebnis eines mit Parafilm maskierten Triebwerksektors einer F-15. Zu beachten sind dabei die Rundungen und die sehr scharfen Farbübergänge. 

Ein weiteres sehr gutes Maskiermaterial sind alle Arten und Größen von Decals oder Decalabfällen die man nicht mehr benötigt. Damit lassen sich zum Beispiel sehr gut Zierstreifen oder andere Scharfe Farbübergänge abgrenzen. Dabei sollten die vorher zurechtgeschnittenen Decals nicht zu feucht an die entsprechende Stelle aufgebracht werden. Man hat nun noch Zeit sie sehr genau zu positionieren. Bei Rundungen mehrere kurze Stücke nehmen. Nach kurzer Antrockenzeit sofort und schnell lackieren - die Decals dürfen nicht endgültig haften! - Deshalb eignet sich diese Methode nur für begrenzte, kleine Flächen. Nach dem lackieren dei Decals sofort entfernen. Die Decals sollten der besseren Entfernbarkeit deshalb auch nicht zu groß sein, sondern nur so groß um die Flächen abzugrenzen. Die daneben liegende Fläche, die nicht lackiert werden soll, lieber zusätzlich mit einem Papierstreifen per Hand abdecken. Eine weitere Möglichkeit ist das Maskieren mit Abdecklack.Diese Latexartige Flüssigkeit gibt es von REVELL oder aber besser von GUNZE SANGYO. Diese Flüssigkeit wird mir dem Pinsel aufgetragen und stellt nach dem abtrocknen einen Gummiartigen Schutzfilm dar. Dieser kann nach dem Lackieren mit einer Pinzette einfach abgezogen werden. Man sollte damit aber nur unlackierte Flächen wie Klarsichteile behandeln da auch dieser Film bestehenden Lack mit abreist.

Flüssiger Maskfilm von Gunze Sangyo

 

Im Handel werden sehr viele Arten von Klebebändern und Maskierfolien angeboten. Von allen getesteten Produkten kann ich bis heute nur eines wirklich empfehlen : Tamiya Masking Tape. Dises Klebeband von Tamiya gibt es in verschiedenen Breiten. Dieses Klebeband tut wirklich das was es soll : es haftet gut ohne darunter liegenden Lack zu beschädigen, ist einigermassen flexibel, lässt sich gut schneiden - auch auf dem Modell und es kann nach dem es aufgeklebt wurde auch abgezogen und zwecks Korrekturen wiederverwendet werden.

Links eine ein Kanzelteil das mit Tamiya Masking Tape 6mm breit (rechts im Bild) abgeklebt wurde.