Klarsichteile

Klarsichtteile  wie Kanzelhauben zu lackieren ist oft eine heikle Angelegenheit - sie sind ein Blickfang am Modell und durch "Verrutscher" oder fehlerhaftes Abdecken schnell verdorben. Deshalb gleich ein "Rettungstip" im Voraus : sollte einmal Farbe an der falschen Stelle sitzen diese gut abtrocknen lassen und dann mit einem flach - nicht spitz ! - angeschnitzten Streichholz oder Holzzahnstocher vorsichtig abschaben. Klarsichteile sollten in den meisten Fällen auch an den "Rahmen" von innen lackiert werden - meistens grau. Kanzelhauben kann man - wie alle anderen Teile auch mit Pinsel oder Airbrush lackieren. Das Lackieren mit der Airbrush bringt dabei oft große Vorteile : scharfe, also reale Farbabschlüsse, gleichmäßiger Farbauftrag sowie das Ausschließen von "Abrutschern" (bei entsprechender Abdeckung). Das Abdecken erfolgt dabei am besten mit einem entsprechenden Abdecklack - zb. von REVELL oder noch besser von GUNZE SANGYO. Dies sind von der Sache her Latexartige Abdeckungen : sie werden flüssig aufgetragen und lassen sich nach dem Abtrocknen wie ein Gummi wieder abziehen. Abdeckfolien kann ich hier gar nicht empfehlen da sie sich schlecht den eigentlich immer vorhanden Rundungen anpassen. Man sollte beim auftragen von Abdecklack aber daran denken pro Fläche wenigsten eine Stelle richtig dick aufzutragen (am besten in der Mitte) damit man später ein griffige Stelle zum abziehen hat. Ist die Fläche groß genug kann man auch eine kleine Papplasche als Abziehilsmittel mit dem Abdecklack "einlackieren". Mit entsprechender Fingerfertigkeit kann man sich das Lackieren von Klarsichteilen bei manchen Modellen - vorzugsweise ganz in Aluminium oder in Silber gehaltenen - ersparen. Man beklebt hierzu die Rahmen mit entsprechend zugeschnittenen Alu-Klebebandstreifen. Manche Flugzeugtypen wie zB. die F-16 Falcon haben eine getönte Klarsichthaube. Auch dies läßt sich mit einer Airbrush gut realisieren. Soll beispielsweise wie bei der F-16 eine Goldtönung hergestellt werden mischt man sich zunächst einen entsprechenden aber relativ dünnen Farbton an - also ein wenig mehr Verdünner als sonst, es darf nicht decken! - an. Dann nebelt man die Innenseite der Kanzel mit viel Luft und wenig Farbe kurz ( es muß gut vernebeln) aus größeren Abstand ein. Nun sollte man das Ergebnis erst mal genau begutachten - kommt einen der Effekt noch zu schwach vor erst mal eine rauchen oder Kaffee trinken. Dann noch mal ansehen und bedenken : Weniger ist oft mehr !. Kommt es einen jetzt immer noch zu wenig vor, die Lackierung noch einmal genauso wiederholen. Ist der Effekt von Anfang an oder irgendwann zu stark : Neues Kanzelteil besorgen oder Ärgern : Diese Kanzel ist Versaut !

Ebenfalls immer wieder Ärgerlich sind Klebstoffspuren an Klarsichteilen. Solche Fehler lassen sich durch das Abschaben mit einem flach angespitzten Streichholz und anschliessenden Verschleifen (1000er - 1200er Körnung) und Polieren mit zb. Zahnpasta und Stofftuch beheben. Man kann diesen Ärger aber durch die Verwendung von Humbrols Clearcote als Klebstoff umgehen. Dieser Klarlack ist zwar als Finish für Klarsichteile gedacht da er absolut Glasklar austrocknet, aber gerade deswegen macht er sich als Klebstoff für Klarsichteile ganz gut - man sieht ihn nicht. Sein eigentlicher ihn zugedachter Einsatz ist das "Aufklaren" von durch Schleifaktionen in Mitleidenschaft gezogenen Klarsichteilen, was mit einem einmaligen kompletten Anstrich des Teiles auch sehr gut funktioniert.

Clear Cote von Humbrol - ein guter Helfer beim Verkleben und Nachbessern von Klarsichteilen