Antennendraht selbst fertigen

Bei vielen Flugzeugtypen, vor allem bei denen aus der Zeit vor 1950, sind ein Teil der Funkantennen in Form eines gespannten, dünnen Drahtes. Diesen entsprechend dünn anzufertigen und anzubringen ist auf normalen Wege nicht möglich. Materialien wie Draht oder Garn scheiden aus da sie viel zu dick sind. Eine sehr gute Möglichkeit besteht darin sich einen solchen Draht selber aus Plastikmaterial zu "Ziehen". Als Ausgangsmaterial dient dabei normale Giesastabfälle oder noch besser das Plaststück von Wattestäbchen. Dieses Material hat den Vorteil das es sich auch nach dem Warmziehen elastisch verhält und damit spannen lässt. Zunächst erwärmt man das Plastmaterial vorsichtig unter ständigem drehen über einer Kerzenflamme (o.ä.). Dabei nicht zu nah herangehen, es soll nicht brennen ! Wenn das Plastikmaterial zu schmelzen beginnt zieht man dieses nun einfach an den kalten Enden so weit wie möglich  auseinander. Auf diese Weise erhält nach ein wenig Übung sehr feine Plastfäden. Nun schneidet man sich einen solchen Faden auf Länge - bei Giesastfäden auf fertige Länge, bei Wattestäbchen im Grund gar nicht da hier noch gespannt wird. Den Polysterolfaden klebt man nun mit beiden Enden an den entsprechenden Stellen mit wenig Sekundenkleber an. Der Faden aus Wattestäbchen wird zunächst erst mit einem Ende an die entsprechende Stelle am Modell angeklebt. Ist der Klebstoff ausgehärtet wird der Faden nun an die zweite Klebstelle geführt und dabei regelrecht gespannt. Das geht sehr gut da das Material sehr elastisch ist und gar nicht so schnell reist. Nun wird der Faden an der zweiten Stelle verklebt - es genügt sehr wenig Kontaktkleber. Das Ergebnis ist ein sehr dünner und vor allem gespannter Antennendraht. Dieser kann nun vorsichtig mit wenig Farbe lackiert werden.

 

Selbstgezogener Antennendraht am Modell der "Spitfire". Der Draht ist absolut dünn und gespannt - dem Masstab entsprechend !