6.Plastikmodellbauausstellung Flugwerft Schleißheim 2004

Nördlich von München befindet sich Oberschleißheim das mit seiner Flugwerft Schleißheim einen besonderen Anziehungspunkt besitzt. Diese Flugwerft wo Flugzeuge restauriert werden ist gleichzeitig Museum. Mit seinen modernen Hallen und Gebäuden, Flugzeugen wie MiG-23, Phantom oder der X-31, einem Restaurant sowie guten Parkmöglichkeiten ist dieser Ort geradezu ideal geeignet um hier eine Modellbauausstellung durchzuführen. Seit Jahren findet hier nun in Zusammenarbeit von Traudl's Modellbauladen und der Flugwerft Schleißheim eine Plastikmodellbauausstellung statt.

Von dieser Ausstellung hatte ich in vergangener Zeit viel Gutes gehört, auch entsprechende Fotos weckten mehr und mehr mein Interesse. Nun ist eine Ausstellungsteilnahme seitdem ich Mitglied des FFMC bin kaum noch ein Problem : Unsere Mitglieder lassen kaum noch eine Ausstellung aus - immer ist die Teilnahme an anstehenden Modellbauausstellungen geplant und organisiert - ein großer Vorteil eines Landesweiten Modellbauclubs dessen Plattform das Hobby und das Internet sind. Also wurde wieder gepackt und los ging es über die nun fast komplett fertig gestellte A9 nach Oberschleißheim.

Als ich Sonnabend Früh ankam, wälzten sich meine FFMC - Clubkollegen, die bereits Freitagabend anreisten, noch gemütlich in Ihrem Bett. Lediglich unser Hubschrauber-Experte Troschie, welcher über Nacht per Zug anreiste, half mir beim Aufbau unseres Standes. Während wir beide nun unsere Modelle platzierten und dabei den Platzbedarf abschätzten, frühstückten unsere schlaftrunkenen anderen Clubkollegen erst einmal ausgiebig. Das konnten wir beide uns nicht leisten da wir bereits in tiefste Fachgespräche verwickelt waren. Bereits bei Tarnsport und Aufbau meiner Modelle in der Halle war ich von dieser Ausstellung begeistert : Sie hatte in etwa das Flair der Ausstellung in Brüssel. Auch hier waren unter und vor echten Flugzeugen die Modellbauer mit ihren kleinen großen Werken vertreten. Platz war genug da, die Ausstellung erstreckte sich über 2 Etagen. Eines leider gleich vorweg : leider ist mir der Inhalt eines kompletten Speicher-Chip abhanden gekommen und damit viele interessante Bilder - so etwa von den sehr schönen "Bunten Vögeln" von Steffen Voigt ...

Nachdem nun auch unsere anderen vollgefutterten Clubkollegen ankamen und ihre Modelle aufbauten konnte ich mit meinen Rundgängen durch die Ausstellung beginnen. Eines lies sich sofort erkennen : Es waren vor allem die Flugzeugmodellbauer stark vertreten und ebenso die Modellbauhändler. Aber auch die Vertreter der anderen Modellbausparten sorgten mit ihren Exponaten für Abwechslung und Vielseitigkeit. Zwei Stände fielen mir dabei sofort auf - einmal der von "F-104-Fan" : mit passenden T-Shirt präsentierte er nicht weniger als 47 verschiedenen Starfightern auf 3 Tischetagen. Ein paar Meter neben diesen Stand präsentierte ein Modellbauer auf engsten Raum die Geschichte der Raumfahrt. Hier wurden eine Vielzahl von hervorragenden, interessanten und schönen Modellen in einer Art und Weise präsentiert die nur Vorbildlich und Nachahmenswert genannt werden kann ! - da wurden die Modelle nicht einfach lieblos aneinander gereiht - nein, da gab es die Geschichte dazu. So lässt sich gut aufzeigen warum man sich unbedingt mit Plastikteilen, Büchern, Klebstoff, Zeitschriften, Pinzetten und vielem anderen herumschlägt und Modellbau eben kein "Kinderkram" ist. Ebenfalls auffallend und gekonnt präsentierte auch "707 Fan" (Rüdiger Hain) seine Airliner aus allen Epochen und Nationen - immer wieder sehenswert ! Für diese Ausstellung waren wieder mehrere Rundgänge nötig um um sich einen Überblick zu verschaffen. Und dabei entdeckte ich immer mehr interessante und hervorragende  Modelle wie etwa eine 48er XB-70, eine sehr schöne 72er B-36, zwei wunderbar lackierte 48er Mustangs oder die hervorragend lackierten 72er "Draaken" des "Tiroler Plastikhaufen". Ich könnte da nun immer weiter aufzählen - aber besser ist es so etwas selber zu sehen. Insgesamt war diese Ausstellung Qualitativ sehr Hochwertig. Ein Wettbewerb wurde auch durchgeführt - hier belegte ein hervorragender Mi-24D von Kai Koglin den ersten Platz, den zweiten Platz belegte ein toll gebautes Flugboot und den dritten Platz belegte unser Clubkollege Axel "Flogger" mit seiner Fokker E.III - ich meine das die Schiedsrichter da sehr objektiv und fachlich geurteilt haben - ganz einfach war es bei den vielen sehr guten Modellen ja auch nicht.

Den ersten Ausstellungstag ließen wir vom FFMC abends in einem griechischen Restaurant ausklingen. Bei gutem Essen und ausreichend vom gesunden Bier gab es für uns wieder viel zu erzählen und zu diskutieren. Der nächste Morgen brachte zunächst das Formel 1 - Rennen auf dem TV. Aber nach 10 Minuten war wieder feststellbar das Modellbau einfach viel interessanter ist als die ewige Jagd auf zwei rote Autos. Also Leute - lasst Euch sagen : Es ist einfach sinnvoller an einem Formel 1-Wochenende zu einer Modellbauausstellung zu fahren ! - da ist einfach mehr los, da gibt es Neues, da gibt es Unbekanntes und die Leute haben hier auch richtige Sorgen ( wenn sie z.B. die Angebote der anwesenden Händler mit Ihrem persönlichen finanziellen Rahmenprogramm vergleichen - das sind doch mal richtige spannende Entscheidungen !)

Das gesamte "Rundherum" der Ausstellung kann ebenfalls nur gelobt werden : Gute Organisation , Parkplätze für die Aussteller direkt am Gebäude und somit kurze Transportwege. In der unteren Etage konnte man in einem Restaurant entspannen, des weiteren befanden sich hier Toiletten sowie der Museumsladen mit breit gefächerten Angebot. In der oberen Etage wurde eine kleine "Kantine" für die Aussteller eingerichtet : Hier konnte man zu kleinen Preisen Kaffee, Kuchen, Würstchen und sonstige Getränke erstehen. Die Leute die sich darum gekümmert haben muss ich extra loben : bei ständigen Andrang ständig das ganze Angebot frisch und gut vorhanden bei schneller und freundlicher Bedienung - und die Betreffenden hatten hier die ganzen zwei volle Tage pausenlos voll zu tun ! Ebenfalls in der oberen Etage waren die Händler konzentriert. Hier gab es nicht nur die typische Ware, auch einige Modellbauer verkauften hier eine breite Palette an älteren und teilweise schon historischen Bausätzen zu kleinen und fairen Preisen. Womit meine Ohren leider wieder mehr als einmal den verführerischen Lockruf der Bausätze vernahmen : " Hol mich ! - ich will weg von diesem Stapel  - ich will zu Deinem Stapel auf das dieser höher und breiter werde ...." Diese Lockrufe sind genau auf die Frequenzen von Modellbauern abgestimmt und äußerst wirksam. Und die Besucher ? - die wussten all dies zu schätzen und strömten an beiden tagen äußerst zahlreich und interessiert durch die Ausstellung. Damit bleibt für mich nur ein Fazit :
Eine komplett gelungene, interessante und schöne Ausstellung die ihrem guten Ruf voll gerecht wird.

 

 

Einen weiteren Ausstellungsbericht findet Ihr unter FFMC.de