Euro Model Expo
Heiden, 04. April 2009

Im April 2008 kamen die ersten Infos zu einer neuen Ausstellung in die einschlägigen Modellbauforen. Von einem "deutschen Tellford" war da die Rede, von hohem Anspruch, vielen Händlern und ausgesuchten Ausstellern war da zu lesen. Ort der Veranstaltung sollte die Westmünsterhalle in Heiden werden.
Nun, 2000m² Hallenfläche sind für Deutschland schon recht ordentlich, mit Tellford lassen sich solche Verhältnisse aber nun wirklich nicht vergleichen. Ein hohes Niveau der Ausstellungsexponate war ein erklärtes Ziel der Euro Model Expo - kurz EME - und auch das entspricht nicht ganz den Verhältnissen zu Tellford, wo es auch sehr um "Masse" geht. Ein weiteres erklärtes Ziel der EME war eine große Händlerpräsenz - hier stimmt der Vergleich zu Tellford.
Kurz zusammen gefasst also: Hohes Niveau der Aussteller, viele Händler. Das klang nun wirklich interessant für mich und ich entschied mich für die Teilnahme. Berthold Tacke war der Chef der Organisation des Ganzen und in mit zwei Telefonaten war meine recht späte Anmeldung und Tischreservierung auch erledigt. Am wirklich ersten schönem Frühlingstag des Jahres 2009 setzte ich mich nun in mein Auto und machte mich auf die 480km lange Anreise. Mit im Gepäck ein gerade tief in der Nacht vorher fertig gewordenes Modell - ich hatte es erstmals geschafft, vor einer Ausstellung in richtigen "Bastelstress" zu kommen. Kann ich nicht weiter empfehlen !

 

Der Ausstellungsort am Vorabend der Veranstaltung

Die Anfahrt bei schönstem Wetter verlief problemlos. Die olle A1 präsentierte sich mir genauso wie vor Jahren, als in dieser Gegend beruflich noch viel unterwegs war: Stau. Dennoch kam ich  pünktlich am Vorabend der Veranstaltung zum stressfreien Aufbau meines Standes an. Ich werde dies nach Möglichkeit auch bei zukünftigen Ausstellungen so praktizieren, es ist einfach viel entspannter und Stressfreier, wenn man einen Tag vor anreisen und aufbauen kann. 
Heiden liegt nördlich von Essen nahe an der niederländischen Grenze inmitten des Naturparkes Hohe Mark. Eine für diese Gegend typische Kleinstadt in ländlicher Gegend mit gepflegter Innenstadt, vielen Hotels, Pensionen, Gaststätten und einem großem Sportzentrum. Hier befindet sich dann auch die Westmünsterhalle - Dank Navi gut zu finden, da störte es nicht, das keinerlei Werbung und Hinweisschilder in der Umgebung zu finden waren. Die Halles selber ist ein guter Ausstellungsort, ein Restaurant und viele Parkplätze liegen gleich direkt daneben. Nach einem ersten Händeschütteln mit einigen Bekannten aus der Modellbauszene und der Begrüßung durch das Organisationteams konnte ich dann in aller Ruhe meinen Stand aufbauen. Danach einchecken in einem der zahlreichen günstigen Pensionen, dann ein gemütlicher Abend bei sehr gutem Essen, kühlem Bier in einer kleinen Modellbauerrunde - so lobe ich mir einen Ausstellungsvorabend !

 
Auf zur Euro Model Expo 2009 !
Berthold Tacke eröffnet die Veranstaltung

Der nächste Morgen überraschte nicht nur mich durch das Regenwetter, welches sich aber schnell besserte. Nach einem ordentlichen Frühstück fand ich mich dann gegen 08:00in der Westmünsterhalle, welche für Aussteller und Händler schon seit 07:00 geöffnet war. Da meine Modelle ja schon aufgebaut waren, konnte ich in Ruhe Hände schütteln und die zahlreichen Händler einer ersten "Inspektion" unterziehen - wobei ich auch gleich Geld los wurde ....
In mitten des bunten Treibens des Aufbaus der ganzen Aussteller- und Händlerstände war schon jetzt sichtbar, das das Verhältniss von Händlern zu Ausstellern etwa bei 1:1 liegen wird. Das war für mich ein Novum - ob das dem Grundgedanke und dem Flair einer MODELLBAUausstellung zuträglich sein würde ?
Andererseits war bereits früh zu erkennen, das die ausgestellten Modell wirklich durchweg auf hohem Niveau sind - ein wirklicher Augenschmaus ! Pünktlich um 10:00 Uhr wurde dann die Ausstellung von Berthold Tacke offiziell eröffnet und die Türen für die Besucher geöffnet. Und diese kamen auch, ungeachtet des Fehlens jeglicher Werbung und Hinweisschilder.


Impressionen

Die Halle war nun dicht belegt mit Aussteller- und Händlerständen. Da die Veranstaltung nur diesen einen Tag dauerte, bedeutete dies das man die Zeit gut nutzen musste. Und ich kam denn auch nie zur Ruhe: viele Gespräche, Stöbern und Suchen bei den Händlern, das Betrachten der tollen Ausstellungsexponate. Kaffee und Imbiss am Imbisstand vor der Halle oder im Eingangsbereich nur nebenbei und auf die Schnelle. Über den Besucherzuspruch konnte man auch nicht klagen. Ich war zwar nicht oft an meinem Stand (ich weis, das ist nicht wirklich in Ordnung), musste aber wenn dann doch ständig Fragen beantworten. Die hohe Zahl der Händler hatte dann für mich doch einige Vorteile - ich konnte mich recht preiswert mit einigen Werkzeugen, Materialien und Zubehör eindecken. Hier fand ich die Zusammenstellung der einzelnen Händler wirklich ganz gut - nicht nur Wände von Bausatzstapeln sondern eben auch genug Händler mit Farben, Werkzeugen und dem ganzen nötigen Zubehör. Ich habe letztlich keinen einzigen Bausatz gekauft, statt dessen nur Pinsel, Farben, Pinzetten, Bohrer und andere kleine, aber wichtige "Sächelchen".

 
Sorgt immer und überall freundlich und kompetent für das Zubehör - Volker Waltermann Aero Spezial

Während der Ausstellung fanden auch mehrere Workshops - zu deutsch Praxisseminare -  und ein Modellbauwettbewerb statt. Letztere hatte seinen Platz auf der Bühne der Halle, wo auch genug Tischfläche für die zahlreichen Wettbewerbsmodelle zur Verfügung stand. Besonders günstig waren hier die gute Beleuchtung und die wirklich günstige Tischhöhe welche für ein Betrachten und Beurteilen der Modelle optimal waren.
Das Niveau der Wettbewerbsmodelle war durchweg hoch. 
Beurteilt wurden die Modelle von einer Auswahl von Ausstellern, welche gewiss viel Arbeit und einige Entscheidungskämpfe dabei hatten.
Die dicht belegte Halle

Der Tag also war voll ausgefüllt - ich und Andere auch hätten da gerne noch einen zweiten Ausstellungstag gehabt. Exponate zum betrachten, Händler zum Stöbern und Gesprächsstoff gab es dafür genug. Bei einem entsprechendem  Gespräch mit dem Organisationschef Berthold Tacke aber wurde ich auch gut über die Probleme einer solchen Ausstellung informiert: Solch Halle kostet nicht nur Miete, es fallen auch ordentliche Nebenkosten wie etwa für Versicherungen an. Und diese Kosten sind deftig. Den Ausstellern selber wurde kein Pfennig berechnet, einen Hauptteil der Kosten tragen einfach die Händler. Welche Kosten durch Eintrittspreise letztlich gedeckt werden können, weis der Veranstalter auch erst nach dem letzten Kassensturz - und wie viele Besucher überhaupt kommen ist da noch eine ganz andere Problematik. Solch Ausstellung will also ganz einfach auch erst mal finanziert sein. Und dies eben ist nicht so einfach und nicht so sicher, hier kann den Veranstaltern nur Achtung Respekt gezollt und ein gutes Ergebnis gewünscht werden.

 

Ein kritischer Betrachter

Am Ende des Ausstellungstages jedenfalls war ich ordentlich geschafft, zufrieden und strapazierte Füße. Ich habe viele Bekannte getroffen, neue Modellbauer kennen gelernt und konnte mir so manche Anregung holen. Das 1:1 Verhältnis von Händlern zu Ausstellern wirkte sich auf mich nicht negativ aus, da das Niveau der Aussteller selber einfach durchgängig so hoch war, das ich aus dem Betrachten und Bewundern der Exponate nicht heraus kam. Hier hat sich das Konzept der Ausstellung als wirklich gut bewiesen. Weniger ist Mehr ! - Das war hier wirklich deutlich zu sehen - die Tische mit massig einfach zusammengeklebten Modellen welche auf so manch anderer Ausstellung zum Grundbild gehören, hat wohl Niemand vermisst.
Der Chef dankt den Mitwirkenden

Mein Dank gilt dem ganzen Organisationsteam um Bertohld Tacke - es hat Alles gut geklappt auf dieser wirklich sehenswerten und lohnenswerten Ausstellung. Die lange Anreise hat sich für mich gelohnt - da bleibt zuletzt die Frage nach einem Wiedersehen in Heiden.
Da möchte ich noch mal auf das am Anfang erwähnte "deutsche Tellford" eingehen. Der Urheber diese Begriffes hat Dies einst nicht soo ernst gemeint. Tellford liegt in Großbnritannien und da ist nun mal auch so Einiges ganz anders und nicht Alles auch besser als bei uns. Ernst gemeint aber war der Anspruch an hohes Niveau dieser Veranstaltung.  Hier bin nicht nur ich der der Meinung, das man dies mit Sicherheit erreicht hat. Ob in Zukunft aber die Halle mit ihren 2000m² Fläche dafür ausreicht ? Nun, am Ende der Ausstellung kursierten Informationen, das man bei der nächsten EME die Halle alleine den Ausstellern vorbehalten will, für ebenso zahlreiche Händler aber ein großes Zelt einrichten möchte. Auch über einen zweiten Ausstellungstag wird wohl nun nachgedacht. Was daran wahr ist und ob und wie sich das Alles verwirklichen lässt, das kann erst die Zukunft beantworten. Für mich jedenfalls klingt das sehr gut !

   

Nicht alle (Flugzeug)Modelle der EME 2009:

1:72

 

 

 

1:48 und 1/32