DPMV Konvent
Fuldatal 14./15. April 2007

Recht lange hat es gedauert, bis der "Dachverband" deutscher Modellbauclubs und Modellbauer, der "Deutsche Plastikmodellbauverband" seine erste eigene Ausstellung durchführte. Die Organisation im Vorfeld führte für die Aussteller zu einer quantitativ neuen Anmeldeprozedur : drei Formulare (Anmeldung Ausstellung, Wettbewerb und gemütlicher Abend) mussten an 3 verschiedene Adressen versendet werden, dazu mussten im Voraus zwei Überweisungen für den Wettbewerb und den gemütlichen Abend getätigt werden. Angesichts eines solchen bürokratischen Aufwandes waren meine Erwartungen doch etwas gedämpft. Zusammen mit den über 80 (!!) Kategorien für den Wettbewerb in Verbindung mit einem teilweise unverständlichen und unnötig komplizierten Reglement dazu führte das Ganze bereits zu nicht wenigen Diskussionen und Irritationen im Vorfeld.

Wie aber bei allen großen Planungen entscheidet letztendlich die Realität - und die bekommt man als Aussteller oder Besucher eben am besten mit - und so fuhr ich mit Jörg am Sonnabend früh los nach Fuldatal, um zusammen mit Bernhard, Axel und Bernd den FFMC auf dieser Ausstellung zu vertreten. Mit diesem Ort direkt bei Kassel wurde ein zentral in Deutschland gelegener Ausstellungsort gewählt, der für den Großteil der Aussteller lange Anreisewege ausschloss. Im Ortsteil Ihringshausen diente die Mehrzweckhalle Eichhecke als Ausstellungsort. Die Halle selbst ist als Ausstellungsort sehr gut geeignet, hinzu kommen wirklich ausreichend Parkplätze direkt an der Halle, welche das Be- und Entladen der Modelle erheblich erleichterten. Die Ausstellungstische waren dicht belegt - schon nach einem kurzen Durchgang war deutlich erkennbar, das alle Sparten des Plastikmodellbaus mit Exponaten in guter bis sehr guter Qualität vertreten waren. Hinzu kamen eine ganze Reihe von Modellbauhändlern sowie Infostände der Firmen Revell, Heller/Humbrol sowie der Zeitschrift "Modellfan" - das "Grundangebot" für Aussteller und Besucher also war gut vertreten. 

Ein hausgemachtes organisatorisches Problem unseres Clubs konnte mit Hilfe das IPMS bestens gelöst werden : Die Jungs stellten uns für dieses Wochenende die wichtigen blauen Tischdecken zur Verfügung. Danke dafür ! Also konnten wir Problemlos unere Modelle auspacken und aufbauen. Wir fünf vom FFMC haben immerhin 60 Flugzeugmodelle im Maßstab 1/72 präsentieren können. 

Die gastronomische Rahmenversorgung mit Getränken und Speisen übernahm die Freiwillige Feuerwehr Ihringshausen. Und das machten die jungen Leute die ganzen zwei Tage über hervorragend : Schnell, freundlich, unkompliziert und preiswert wurde die Kundschaft bedient. Die gepflegten Aussenanlagen mit ausreichenden Sitzplätzen und Tischen rundeten das Ganze bestens ab. 

Sehr verhalten aber war leider der Besucherzuspruch an beiden Ausstellungstagen. Zum einem lag das wohl an der örtlich etwas abgelegenen Lage der Halle und dem extrem guten -schon sommerlichen- Frühlingswetter. Andererseits aber vermisste ich persönlich auf der gesamten Anfahrt durch Kassel und Fuldatal jeglichen Hinweis auf dieses Event. Zwar wurden im Vorfeld in regionalen Zeitungen entsprechende Anzeigen geschaltet, solche aber reichen alleine nicht aus, um um unser doch recht spezielles Hobby an die Öffentlichkeit zu bringen. Als Dachverband mit Sponsoren wie Revell und Heller sollte man wohl hier mehr Möglichkeiten ausschöpfen.

Das recht große Angebot an ausgestellten Modellen sorgte für mich für zwei ausgefüllte Tage. Es gab jede Menge zu bestaunen: Viele Modelle, die ich noch nicht gesehen hatte oder nur aus den Medien kannte sowie viele Gespräche mit mir bereits bekannten Modellbauern und  vielen, die ich eben noch nicht kannte. Genug waren ja da, die lange nicht mehr oder noch gar nicht getroffen habe wie etwa Christoph Schnarr, Christian Buer, die Leute von der IG Waterline oder die Modellbaufreunde Lohne. Da war so manche Anregung zu holen, viele Bilder zu machen, vieles zu erzählen. So verging für mich der Sonnabend wie im Fluge - nicht aber die Abendveranstaltung. Diese fand direkt nebenan im schönen Vereinslokal des TSV Ihringshausen statt, was auf jeden Fall sehr vorteilhaft war. Weniger vom Vorteil aber war die doch sehr lange Wartezeit auf das Spanferkelessen. Für die im Voraus zu zahlenden 15Euro hat der Lieferant hier allerdings den Vorteil ganz klar und alleine auf seine Seite gehabt. Hier zeigte sich wider einmal, das solche Sachen am besten in Eigenregie ausgeführt werden sollten. Hier sollte der DPMV sich die sehr guten Erfahrungen bei solchen Clubausstellungen wie die des MSC "Hans Grade" oder anderer zu Nutze machen. Den Rest des Abends verbrachten wir dann in kleiner Runde in unserem sehr schön direkt an der Fulda gelegenem preiswertem Hotel.

Der Sonntag erwartete Aussteller und Besucher widerum mit strahlendem Wetter. Da der ganze Umfang der ausgestellten Exponate an einem Tag nicht zu bewältigen war, hatte ich damit denn auch weiter gut zu tun. Nachdem ich mich am tag zuvor vor allem den Flugzeugmodellen gewidmet hatte, nahm ich mir nun die Schiffsmodelle genauer vor. Diese traten in einer von mir vorher so noch nie gesehen Konzentration von Anzahl und Qualität auf. Ca. 60 absolut tolle Einzelmodelle der IG Waterline in 1/700 bis 1/350 an einem einzigen großen, schönen und trotzdem übersichtlichen Stand machten den Ausflug in eine für mich eher "fremde" Modellbausparte zu einem echten Erlebnis.

Die Modellbauhändler bescherte ich selbst mit wenig Umsatz. Das lag weniger am Angebot als vielmehr an meinem mit den Jahren doch recht gut gewachsenem Eigenbestand und meiner Einsicht, das Modellbausätze vor allem bauen anstatt sammeln zu sollen. In der letzten Zeit sind mir Händler wie "Aero Spezial" mit ihrem Werkzeug- und Hilfsmittelangebot einfach wichtiger geworden.

Am Nachmittag kam es dann zur Siegerehrung des Modellbauwettbewerbes. Die zum Wettbewerb gemeldeten Modelle wurden auf Extratischen am Sonnabend ausgestellt. Alleine an Hand der über 80 Kategorien lässt sich der Anspruch, aber auch der entsprechende Aufwand der Organisatoren beurteilen. Martin Kohring und seine Helfer hatten hier mehr als genug zu tun. Das bei 41 Club- und Einzelausstellern aber eine große Anzahl von Wettbewerbskategorien unterbesetzt sein würden, war abzusehen. Andererseits fragt man sich bei solch einer großen Auswahl an hervorragenden Modellen auf den Ausstellungstischen, warum die Akzeptanz für objektiv ausgerichtete Wettbewerbe in Deutschland so gering ist. Da wird kräftig auf aufwendige "Supermodelle" geschimpft - die wichtige Standardklasse ("OOB" - Modelle) aber war hier kaum besetzt ! Wobei natürlich auch bedacht werden muss, das die allgemeinen Wettbewerbsrichtlinien hier doch sehr kompliziert und in wichtigen Punkten auch unlogisch waren - hier muss der DPMV dringend nachbessern - zumal einige dieser unlogischen Regeln von den Wettbewerbsteilnehmern in unabgesprochener Einigkeit mit kompletter Nichtbeachtung gestraft wurden. 
Die Modelle wurden von ausgesuchten Modellbauern nach einem Punktekatalog bewertet, wobei im Gegensatz zu sogenannten "Wald- und Wiesenwettbewerben" eine gute Objektivität bei der Bewertung erreicht wurde. Wir vom FFMC hatten uns im Vorfeld schon durch nichts abschrecken lassen und einige Modelle zum Wettbewerb abgegeben. Wir konnten denn auch nicht weniger als 15 Platzierungen erringen. Am interessantesten für uns als Club war dabei die gemeinsam besetzte Klasse der detaillierten Flugzeugmodelle, welche für uns zu einem "internen Clubwettbewerb" führte.

Somit ging der Sonntag denn auch recht schnell um - und so war es dann wider soweit : Verabschiedung von vielen Modellbaufreunden, das Einpacken der Modelle.
Für mich war es eine insgesamt wirklich gelungene Ausstellung welche sich auf jeden Fall wirklich gelohnt hat. Organisation und Durchführung waren gelungen, ein breites Angebot auf hohem Niveau in jeder Beziehung vorhanden. Nachgebessert werden sollte an der Durchführung der Abendveranstaltung sowie in einigen Punkten des Wettbewerbes. 

Einen weiteren Ausstellungsbericht findet Ihr unter FFMC.de