Modellbauausstellung des
Belgian Scale Modellers Club
11.12.2016

„Wir müssen uns mal wieder treffen“ – das sagt man öfters so daher. Meinen Modellbaufreund Ben aus Belgien habe ich vor ca. 10 Jahren das letzte Mal getroffen, doch der Kontakt selbst riss nie ab. Über die gängigen Kanäle der Internets tauschten wir uns gerade in letzter Zeit intensiv aus, teilen wir doch hier dasselbe Interessengebiet. Das mit dem „mal wieder treffen“ wollten wir nun doch mal wieder auch real umsetzen und Ben schlug dazu als „Aufhänger“ die Ausstellung des Belgian Scale Modeller Club („BSMC“) vor. Eine „kleine, aberfeine“ Ausstellung sollte das sein – wie charmant Ben da untertrieben hatte, sollte ich noch freudig noch erleben. Dazu aber mussten zunächst mal über 500km Anfahrt bewältigt werden, was auch Problem- und Staulos gelang. Ja, und dann -Wieder mal: „Wie die Zeit vergeht“ …- aus dem „jungen Hüpfer“ war nun ein gestandener Mann mit netter Lebensgefährtin, zwei ebenso netten Hunden sowie Haus, Hof und Sportwagen geworden. So ganz nebenbei aber auch ein inzwischen recht bekannter Modellbauer, welcher vor keinerlei Um- und Eigenbauten zurückschreckt und tolle Ergebnisse erzielt. Das Neueste konnte ich dann auch gleich noch am Vorabend der Ausstellung exklusiv in Augenschein nehmen, wobei mir gleich klar wurde: Diese tolle EA-6B wird einer der absoluten Highlights (nicht nur) dieser am nächsten Tag stattfindenden Ausstellung werden. Gemeinsames Stöbern in Büchern, alten und neuen Bausätzen und Zubehör ließen den Abend dann schnell vergehen und am nächsten Morgen ging es dann ab nach Putte zur Belgian Scale Modell Convention (ebenfalls „BSMC“). 

Kleine Ausstellung? – die Halle war zu groß und auch zu voll dazu. Ich kam als Gastaussteller auf den Tischen der „Ansmodelisme“, Bens belgischen Modellbauvereins, unter. Die BSMC selber wird wie die tschechischen Ausstellungen bereits im Vorfeld gut organisiert und der Wettbewerb nimmt auch hier den zentralen Teil der Ausstellung ein. In der großen und gut geheizten Halle waren die Wettbewerbstische von den Tischen der Club- und Einzelaussteller umgeben, dazu kam ein gastronomischer Bereich. Ein erster Rundgang versprach Modelle in allen Sparten von guten bis hohem Niveau, allerdings eher weniger Modellbauhändler. Genauer gesagt nur einen Buch- und einen Bausatzanbieter. Das störte mich wenig, zumal ich so nur Geld sparen konnte. Dachte ich jedenfalls ... Die Halle war nicht nur mit Modellen, sondern ebenso mit Ausstellern und Besuchern gefüllt. Es war ganz schön voll, und das blieb im Wesentlichen auch den ganzen Tag so. Bens Clubkollegen sind eine ziemlich warmherzige und wohl auch witzige Truppe. Schade, das da doch eine gewisse Sprachbarriere gerade zu den humorvollen Gesprächsteilen war, ansonsten aber ging die Verständigung doch recht gut. Mit Thomas Matzer und Stephan Ortmann waren zwei sehr interessante Besucher zugegen, welche mit sehr interessanten Einzelheiten von ihren Trägerbesuchen fesseln konnten. Bei Thomas kam dazu noch ein - ja man darf sagen: extremer Modellbauerrischer Aspekt dazu, welcher uns leider nur, aber doch recht eindrucksvoll , auf zahlreichen Bildern seiner äußerst umfangreichen und eindrucksvollen 48er Modellbauprojekte gezeigt wurde. Mit Christian Gerard und Andreas Greim fanden auch zwei exzellente deutsche Modellbauer und deren tolle Exponate den Weg zu dieser Ausstellung, worüber ich mich sehr freute.

Der Wettbewerb macht wie schon gesagt einen großen Teil dieser Ausstellung aus, auch hier hat man im Gegensatz zu Deutschland keinerlei Berührungsängste damit. Ich hatte meine Modelle vorher schon online registriert, so dass nun alles fix ging: Modelle erst 
professionell fotografieren lassen, dann auf den vorteilhaft etwas höheren Tischen entsprechend ihrer Klasse platzieren. Die
einzelnen Klassen sind dabei nochmals in „Beginner“, „Fortgeschrittene“ und „Master“ unterteilt. Der Zuspruch war sehr groß, in meiner 72er Klasse aber hätte ich mir noch mehr Mitbewerber gewünscht. Man muss dazu aber auch sagen, dass der 72er Maßstab in Belgien nicht gerade der Gängigste ist, hier dominieren die größeren Maßstäbe. Bewertet wird von einer mehrköpfigen Jury, welche sich im dazu abgesperrten Areal auch die nötige Zeit nimmt. Es kann in jeder Klasse mehrere Gold-, Silber- oder Bronze- Platzierungen geben, ab einem gewissen Punktestand erreicht ein Modell eben jenen Status. Der richtige Zeitpunkt für eine Kaffeepause mit Ben, dem ich nun meine leichte Enttäuschung betreffs der geringen Händlerdichte offenbarte: „Mit Händlern ist hier aber nicht so dolle“ – Antwort von Ben: „Ja warst Du denn nicht in der anderen Halle?“ – Ich verstand erst nicht so richtig, dann begab ich mich in die Eingangszone und entdeckte nun die zweite Halle: ebenso groß wie die Ausstellungshalle – nur voller Händler! Bausätze, Farben, Bücher, Werkzeuge, Zubehör, Mittelchen – alles dicht an dicht: Ein Modellbau-Supermarkt dem nur noch die Einkaufswagen fehlten! – die aber hätten keinen Platz mehr gehabt… Das Ganze war für mich erst mal so „erschlagend“, das ich beim ersten Rundgang gar nix kaufte. Bei den zwei folgenden Rundgängen aber wurde ich gut und gerne ordentlich Geld los für so einige Sachen aller Art – übrigens auch sehr preiswerte.

 

Modellbau-Supermarkt - eine Halle voller Händler

Die Siegerehrung des Wettbewerbes bildete dann den Abschluss des Ausstellungstages. Die wirklich schön gestalteten Vignetten wurden den freudigen Siegern überreicht, zu denen neben meinem Modellbaufreund Ben auch meine deutschen Kollegen Christian und Andreas zählten. Auch ich bekam meinen Teil ab und bin da schon etwas stolz darüber. Damit war dann dieser wirklich tolle Sonntag schon wieder vorbei – leider!, denn der hätte wegen mir noch etwas länger dauern dürfen. Das zusammen Packen der Modelle verlief 
Stressfrei und Problemlos und wir bekamen unser Modelle und Einkäufe auch wieder perfekt in das Auto verladen. Dann ging es erst 
zurück zu Ben und nach einer Kaffeepause ging es für mich dann wieder auf die Autobahnen quer durch Deutschland zurück nach Hause. Die Heimfahrt verlief bei sehr wenig Verkehr ruhig und auch wieder problemlos, so dass ich genug Zeit und Muße hatte um mir das Wochenende nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. Oft wird man ja nach seiner Herkunft und der jeweiligen Wegstrecke gefragt und erntet bei größeren Entfernungen ja doch so einiges Erstaunen. Tatsächlich aber ist die zurückzulegende Strecke für mich nicht so entscheidend: Wenn ich einmal im Auto sitze, dann ist es mir recht egal ob ich nun 100 oder 500km zu einer Ausstellung fahre. Viel Wesentlicher ist es, ob sich solch Ausflug überhaupt lohnt. Nun, dieser hier hat sich von Anfang bis Ende komplett und in jeder Beziehung gelohnt! Schon allein das Wiedersehen mit Ben war schon lange überfällig. Dazu noch jede Menge tolle Modelle, interessante Leute und obendrauf noch ein lohnender Einkauf – das war die ideale Batterie-Ladefahrt für mein ja sonst eh nur noch herumstehendes Auto :-)


Mein Dank geht an Ben und seinem gesamtes familiäres wie tierisches Umfeld und an seine Jungs von „Ansmodelisme“ für den Platz  meiner Modelle auf ihren Ausstellungstischen.

   

 
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